Alle negativen Auswirkungen dieser Entscheidungen trügen die Leitungen der Gemeinden in Potsdam und Brandenburg/Havel, erklärte der Verband in Cottbus.

Die beiden Gemeinden hatten zum Jahresende ihre Mitgliedschaft in der Dachorganisation gekündigt, weil sie mit der inhaltlichen Ausrichtung nicht einverstanden sind und ihre Interessen nicht genug vertreten sehen.

Die Jüdische Gemeinde der Stadt Brandenburg wirft dem Verband und dem Kulturministerium des Landes, das über den Landesverband die jährliche Unterstützung für jüdische Gemeinden vergibt, Ideenlosigkeit bei der Förderung jüdischen Lebens vor. „Seit 15 Jahren versteht dort niemand, wie man den Juden wirklich helfen kann“, sagte der Vorsitzende der Gemeinde, Feliks Byelyenkow.

Die jüdische Gemeinde in Potsdam kritisiert die mangelnde Unterstützung beim Streit um den Synagogenbau in der Landeshauptstadt. Die drei jüdischen Gemeinden in der Stadt konnten sich bisher nicht auf eine Gestaltung einigen. Im Juni kam es daher erst einmal zum Baustopp.

Kutikow kritisierte außerdem das Stimmverhältnis im Landesverband. Jede Gemeinde habe unangeachtet ihrer Größe die gleiche Stimmenanzahl. „Da können wir uns nie durchsetzen.“

Der Landesverband, der Probleme in den Beziehungen mit der Potsdamer Gemeinde einräumte, warf der Leitung dagegen vor, ihre Mitglieder nicht ausreichend zu informieren oder Sachverhalte zu verzerren. Dies betreffe Fragen der Zusammenarbeit mit dem Landesverband ebenso wie den Synagogenbau, hieß es. Im Landesverband waren bisher acht Gemeinden organisiert, nach dem Austritt bleiben sechs.