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| 02:32 Uhr

Joachim Gauck besucht die Straupitzer Schinkelkirche

Bundespräsident Joachim Gauck wird am morgigen Sonntag in der Schinkelkirche zu Straupitz erwartet.
Bundespräsident Joachim Gauck wird am morgigen Sonntag in der Schinkelkirche zu Straupitz erwartet. FOTO: Dörthe Ziemer/dzr1
Straupitz. Aufregung im Oberspreewald: Für den morgigen Sonntag erwartet das beschauliche Dorf Straupitz den Träger des höchsten Amtes in der Republik. Bundespräsident Joachim Gauck wird den Erntedank-Gottesdienst besuchen. Ingvil Schirling

Prominenz sind die Straupitzer gewohnt. Schließlich locken die Schinkelkirche mit ihrem ungewöhnlichen Doppelturm, die europaweit einzigartige Holländerwindmühle und das ehemalige Schloss derer zu Houwald in den Oberspreewald-Ort. Doch der Besuch eines Bundespräsidenten lässt selbst bei vielbeschäftigten Gastgebern wie Bürgermeister Winfried Rekitt die nervliche Anspannung steigen. Routine beim Ausrichten von Festen mischt sich in diesen Tagen mit dem Bedürfnis, auch bei höchstem Besuch einen guten Eindruck zu hinterlassen. Da fegen die Besen den Festplatz mit doppelter Geschwindigkeit, während das Umfeld der Kirche mit den schönsten Erntefrüchten geschmückt wird.

Im Frühjahr und im Herbst packen die Straupitzer kräftig an, um ihr Dorf auf Hochglanz zu bringen. Doch beim diesjährigen Erntedankfest treibt sie besonderer Ehrgeiz an - auch wenn der Besuch des Bundespräsidenten auf dessen Wunsch nicht hochoffiziell, sondern so privat wie möglich ablaufen soll. Begleitet wird er von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt.

Den gesamten Freitag war Bürgermeister Rekitt auf Achse, um zahlreiche Kleinigkeiten zu klären. Pfarrer Christoph Hanke saß derweil über der Predigt, die er beim Erntedankgottesdienst am morgigen Sonntag ab 10 Uhr halten wird. Er bleibt gelassen. "Der Bundespräsident hat im Frühsommer den Wunsch geäußert, an einem Erntedankgottesdienst in einem Dorf in Brandenburg teilzunehmen", erzählt er, wie es dazu kam, dass Gauck nach Straupitz kommt. Mehrere Orte seien infrage gekommen. Straupitz sei wahrscheinlich wegen der besonderen Kombination von Gottesdienst und Erntedankfest zum Zuge gekommen. Die Kirche mit ihren maximal 1000 Plätzen ist zu diesem Anlass meist gut gefüllt. Ab 11.15 Uhr erwartet die Gäste ein üppiges Programm mit Musik, Trachten, Erntekrone, Kinderbauernhof und dem Wettbewerb um das "schwergewichtigste Gemüse" aus Kürbis, Kartoffel, Rübe, Kohlkopf und Zucchini, der gegen 16 Uhr von Hanke und Rekitt auf humorvolle Weise moderiert wird. "So verbinden sich Erntedank, Markt und ein Blick in die Geschichte ländlichen Lebens auf besondere Weise", formuliert es Rekitt.

Christoph Hanke wertet es als "unvorhersehbare, freudige Überraschung", dass Joachim Gauck nach Straupitz kommt. "Als Gast heißen wir ihn herzlich willkommen - wie alle anderen auch", hält er aber den Ball flach. "Der Bundespräsident kommt, aber die Kirche bleibt im Dorf."