Herr Ministerpräsident, was plant die Landesregierung gegen die Spreeverockerung?
Ich habe mich heute mit Vertretern des Aktionsbündnisses, mit den Landräten und dem Cottbuser Oberbürgermeister getroffen: Ab sofort werden zwei zehn-Punkte-Pläne in Kraft gesetzt, einer für die Südregion und einer für die Nordregion. Dazu gehören etwa die Reaktivierung der Grubenwasser-Reinigungsanlage in Vetschau, die Schlammausbaggerung und die Schaffung von Absenkmöglichkeiten, durch die sich die Eisenfracht des Wassers reduzieren lässt. Außerdem haben wir den Chef des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, Klaus Freitag, zum zentralen Ansprechpartner für dieses Thema gemacht.

Sind das nicht alles Schnellschüsse?
Wir reden hier von Maßnahmen, die über viele Jahre gehen, mindestens bis 2017. Wir arbeiten an Ort und Stelle - zum Beispiel auch am Schlabendorfer See, der in die Wudritz überzulaufen droht. Dort wollen wir mit einer In-Lake-Behandlung Kalk zuführen, um so den Eisengehalt des Wassers zu reduzieren. Damit kommen wir auch einer Forderung des Aktionsbündnisses entgegen.

Was passiert etwa mit Tourismus anbietern, die mittelfristig wirtschaftliche Verluste erleiden? Denkt die Landesregierung über einen Entschädigungsfonds nach?
Wir haben uns bislang auf Lösungsansätze konzentriert, die eine weitere Verockerung verhindern sollen. Über eventuelle wirtschaftliche Folgen haben wir bislang nicht diskutiert.

Wer finanziert denn die Sofortmaßnahmen?
Für die Sofortmaßnahmen ist genügend Geld vorhanden: Dafür sind rund neun Millionen Euro in den Haushalt der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) eingestellt. Es ist also alles finanziert.

Ist auch langfristig genug Geld vorhanden?
Die Sofortmaßnahmen sollen ja bis 2017 andauern. Dafür ist genug Geld da.

Mit Matthias Platzeck

sprach Benjamin Lassiwe