In dem Rundschreiben hatte der Leiter der Abteilung Forst im brandenburgischen Landwirtschaftsministerium, Carsten Leßner, die Forstbediensteten darauf hingewiesen, dass die Treueverpflichtung gegenüber ihrem Dienstherren auch in der Freizeit gelte. So dürften sie etwa in Gremien, in denen sie als Vertreter des BdF oder anderer Verbände säßen, nur so abstimmen wie der Vertreter des Landes. Engelmann und mehrere Landtagsabgeordnete hatten das als Verstoß gegen die grundgesetzlich garantierte Koalitionsfreiheit kritisiert.

Unterdessen ist bei den Forstleuten das angekündigte Antwortschreiben des Ministers eingegangen. In den "klarstellenden Erläuterungen" wird das erste Schreiben als "Hilfestellung" für die Mitarbeiter bezeichnet. Die Grundrechte der Koalitionsfreiheit, Meinungsfreiheit und gewerkschaftliche Organisation würden auch für Beschäftigte des Landes gelten. Jedoch wird auch im neuen Schreiben darauf verwiesen, dass die "Pflichten des Arbeitnehmers auch nicht bei Mandatsträgerschaften oder dem Ehrenamt endeten."

Engelmann bezeichnete das neue Schreiben auf Nachfrage der RUNDSCHAU als "irgendetwas zwischen Ignoranz und Frechheit". Es mache keinen Sinn, das Ehrenamt fördern zu wollen, wenn durch den ersten, nicht zurückgenommenen Erlass ehrenamtliche Betätigung im Grunde unmöglich gemacht werde.

Ähnlich äußerte sich der Geschäftsführer des Landesjagdverbands, Georg Baumann. "Diese Art des Umgangs empört mich", so Baumann. "Ein Schreiben, das offensichtlich als Schlag gegen die Verbände gedacht war, richtet sich in Wirklichkeit gegen die eigenen Mitarbeiter."