Von den Regierungsparteien SPD und Linke stimmte lediglich Kerstin Kircheis (SPD) aus Cottbus mit Enthaltung. Die Lausitzer Abgeordneten Martina Münch (SPD), Anke Schwarzenberg und Matthias Loehr (beide Linke) sowie Heide Schinowsky (Grüne) votierten gegen die Volksinitiative und stellten sich nach Einschätzung der Landes-CDU somit letztlich auch gegen die Kreisfreiheit von Cottbus. In der Landtagsdebatte waren zuvor die bekannten Positionen ausgetauscht worden. "Wir wollen keine Kreisreform", sagte CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben. Dagegen sprach Daniel Kurth (SPD) davon, dass das Regierungslager die inneren Anliegen der Initiative ernst nehme.

Der Artikel 75 der Landesverfassung regelt unter anderem, dass vom Parlament beschlossene Gesetze im Wege eines dreistufigen Verfahrens der Volksgesetzgebung angefochten werden können. Dieses Verfahren beginnt mit einer Volksinitiative, die gegebenenfalls in ein Volksbegehren und letztlich einen Volksentscheid mündet. Für eine erfolgreiche Volksinitiative sind 20 000 und für ein Volksbegehren 80 000 Unterzeichner erforderlich. Einem Volksentscheid muss ein Viertel der wahlberechtigten Brandenburger (rund 500 000) zustimmen.