Der Riesenwirbel um den 540 000-Euro-Strafbefehl für Nationalspieler Marco Reus wegen Fahrens ohne Führerschein trifft Borussia Dortmund in der größten sportlichen Krise seit Jahren. Der saftige Strafzettel dafür dürfte einer der teuersten sein, der jemals in Deutschland ausgestellt wurde. Der BVB-Star dürfe sich trotz des Strafbefehls als nicht vorbestraft bezeichnen, sagte Oberstaatsanwältin Barbara Vogelsang.

Reus will nun angeblich möglichst bald seine Führerschein-Prüfung nachholen. Ob er aber zur Prüfung zugelassen wird, ist wohl eine andere Frage. Mit den fünf Straftaten habe Reus gezeigt, dass ihm das Ganze in den vergangenen Jahren egal war, erklärte der Verkehrsexperte und Jurist beim ADAC, Markus Schäpe. Und bei Eignungszweifeln sehe der Gesetzgeber eigentlich eine medizinisch-psychologische Untersuchung, im Volksmund Idiotentest genannt, vor.

Der gebürtige Dortmunder ist fünfmal wegen überhöhter Geschwindigkeit geblitzt worden. Ertappt wurde Reus am 18. März, als er von der Polizei für eine Verkehrskontrolle angehalten wurde. Die Überprüfung seiner Personalien ergab, dass er gar keinen Führerschein besitzt.

Bei dieser Kontrolle soll Reus nach WDR-Informationen einen gefälschten Führerschein vorgezeigt haben. Das gehe aus dem Strafbefehl hervor, der dem WDR vorliegt. Darin heißt es: "2009 verschafften Sie sich (. . .) einen niederländischen Führerschein, bei dem Ihnen bekannt war, dass Sie durch diesen keine Berechtigung erhalten, in Deutschland Kraftfahrzeuge zu führen. Bei diesem handelt es sich um eine Fälschung." Panorama Seite 24