Zeugen hätten die am Montag an einer Autobahn entdeckte Kleidung der Kleinen dort bereits am frühen Freitagabend nur Stunden nach dem Verschwinden der Schülerin gesehen. Mit Hochdruck setzte die Polizei ihre Suche rund um einen Hochhaus-Komplex in Hannover fort. Dort hatte Jenisa eine Tante besuchen wollen und wurde noch im Fahrstuhl gesehen. Danach verliert sich ihre Spur.

Kleidung und Schuhe der Zweitklässlerin waren rund 20 Kilometer vom Elternhaus entfernt an der Auffahrt Wunstorf-Luthe an der A 2 Richtung Berlin gefunden worden. Die Eltern identifizierten die Kleidung ihrer Tochter. Nach Bekanntwerden des Fundes meldeten sich etliche Autofahrer mit dem Hinweis bei der Polizei, die Kleidung dort bereits früher gesehen zu haben. „Wir werden unseren Zeugenaufruf intensivieren“, sagte Polizeisprecher Lars Beringer. „Wer hat zwischen Freitagmittag und dem frühen Abend jemanden gesehen, der an der Autobahn etwas aus dem Fahrzeug geworfen hat? Das ist jetzt die spannendste Frage.“

Seit dem Verschwinden von Jenisa hatten mehr als hundert Polizisten bereits mehrfach den unübersichtlichen Hochhaus-Komplex mit teils leer stehenden Geschäften durchsucht. Das Gebäude, das zurzeit saniert wird, liegt direkt an einem Fluss. Auch dort suchten Fahnder am Dienstag abermals ergebnislos nach Jenisa. Das Mädchen hatte sich alleine auf den rund einen Kilometer langen Weg zu ihrer Tante gemacht. Diese war aber nicht zu Hause. Ob Jenisa anschließend noch eine nahegelegene Kirmes besucht hat, wie eine Zeugin beobachtet haben will, ist für die Polizei unklar.

Die Familie des vermissten Mädchens stammt aus dem Kosovo. Die Mutter lebt mit Jenisas vier Geschwistern in Hannover, der Vater laut Polizei „aus ausländerrechtlichen Gründen“ in Nordrhein-Westfalen. Mehrere Befragungen der Familie und von Angehörigen hätten keine Hinweise auf einen möglichen familiären Hintergrund ergeben.