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Jemen: Schwere Kämpfe in Aden – Rotkreuz erreicht "Geisterstadt"

Huthi-Anhänger demonstrieren in Sanaa gegen Saudi-Arabien.
Huthi-Anhänger demonstrieren in Sanaa gegen Saudi-Arabien. FOTO: dpa
Sanaa. Die Kämpfe um die südjemenitische Metropole Aden haben eine humanitäre Krise ausgelöst. Rotkreuz-Mitarbeiter sahen am gestrigen Montag nach eigenen Angaben eine "Geisterstadt", in der sich keine Zivilisten zeigten. dpa/bl

Saudische Luftangriffe auf Ziele der Huthi-Rebellen führten auch in der Hauptstadt Sanaa zu schweren Beeinträchtigungen des alltäglichen Lebens. Der UN-Sicherheitsrat war am Samstag zu einer dringlichen Sitzung zusammengetreten, um den russischen Vorschlag einer humanitären Feuerpause zu erörtern. Das Gremium vertagte sich aber, um Bedenkzeit zu gewinnen.

Die Kämpfe am Boden und die Luftangriffe fordern viele zivile Opfer. Die Vereinten Nationen (UN) gehen von mehr als 500 getöteten Zivilisten in den letzten zwei Wochen aus. Konvois des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) erreichten am Montag erstmals Aden, teilte der Leiter der IKRK-Operationen in Nahost, Robert Mardini, mit. Krankenhäuser in den Stadtteilen Kraitar und Mualla erhielten dringend benötigte Medikamente und Hilfsgüter. "Aden ist eine Geisterstadt", schrieb Mardini im Kurznachrichtendienst Twitter. "Die Einwohner sind nirgendwo zu sehen und das Ausmaß der Zerstörung der Stadt wird immer offensichtlicher."

Bei einem saudischen Luftangriff gegen Ziele in Sanaa wurden am Samstag zehn Menschen getötet, zum Großteil Angehörige einer einzigen Familie. Dutzende weitere erlitten Verletzungen, wie Anwohner im Vorort Hadschar Akasch berichteten. Das Bombardement hatte einem nahen Camp der Huthi-Rebellen gegolten. Eine Luft-Boden-Rakete verfehlte jedoch ihr Ziel und schlug in dem Wohngebiet ein, hieß es.

Im Jemen kämpfen die Huthi-Rebellen aus dem Norden, die einer schiitischen Sekte angehören, gegen Regierungstruppen und Anhänger des geflohenen Präsidenten Abded Rabbo Mansur Hadi. Auf der Seite der Huthis stehen beträchtliche Teile der Armee, die dem 2012 zum Abgang gezwungenen Präsidenten Ali Abdullah Salih treu geblieben sind. Eine von Saudi-Arabien geführte regionale Militärallianz bombardiert seit knapp zwei Woche im ganzen Land Stellungen und Waffenlager der Huthis und der Salih-loyalen Truppen.