Die Entwicklung ist laut Bundesregierung "besorgniserregend": Übergewicht und Magersucht nehmen bei Kindern und Jugendlichen zu. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, die der RUNDSCHAU vorliegt. Studien hätten ergeben, dass bereits 21,9 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren Symptome von Essstörungen aufweisen, bei den Mädchen seien es 28,9 Prozent und bei den Jungen 15,2 Prozent. Fast 50 Prozent der Mädchen fühlten sich zu dick, "obwohl sie normalgewichtig sind". Essstörungen würden in der Gesellschaft stark zunehmen, warnt die Regierung. Grund sei auch ein durch die Medien propagiertes Schönheitsideal: "Es wird nach einem immer schlankeren Idealbild gestrebt, wobei im Extremfall auch die Gefährdung der eigenen Gesundheit in Kauf genommen wird."

Laut Bundesregierung sind derzeit 67,1 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen übergewichtig oder krankhaft fettleibig. Für die Gruppe der 14- bis 18-Jährigen lasse sich feststellen, "dass Übergewicht und Adipositas in den letzten Jahren zugenommen haben" - von zehn auf 17 Prozent. Als besonders dick gilt jedoch die Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen.

Zugleich erklärte die Bundesregierung, dass ein niedriger Sozialstatus das Dicksein befördert. "Mit steigendem sozioökonomischen Status" reduziere sich die Zahl der Übergewichtigen. So sind bei 40- bis 59-jährigen Männern 32 Prozent aus einer "niedrigen Sozialschicht" fettleibig. Das sind fast doppelt so viele wie aus besser gestellten Bevölkerungskreisen. Bei Frauen ist der Unterschied noch klarer: 34 Prozent in der unteren gegenüber 12,5 Prozent in der oberen Schicht.