Die Stadt Cottbus verliert ihre Kreisfreiheit und geht in einem neuen Landkreis Niederlausitz auf: So könnte eine neue Struktur nach der Gebietsreform aussehen - hinter der ein Drittel der rund 600 Umfrage-Teilnehmer steht. Doch rund die Hälfte der befragten Leser sträubt sich gegen die Reform und den Verlust der Kreisfreiheit. Wichtige Kompetenzen der Städte gingen verloren. Größere Kreise führen auch zu einem schlechteren Bürgerservice, weil Behördengänge zu weit werden, so die Meinung der Befragten.

Unterdessen hat Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) eine Prüfung in Auftrag gegeben, die ein von ihm selbst ins Spiel gebrachtes Modell untersuchen soll. Bei einem der letzten der 18 Bürgerdialoge hatte der Minister in Cottbus erklärt, dass es ihm in erster Linie um effizientere Verwaltungen gehe. Was bedeutet, dass Verwaltungen unter Beibehaltung derzeitiger Kreiszuschnitte zusammengeführt werden könnten.

Wie der Sprecher des Potsdamer Innenministeriums Ingo Decker gegenüber der RUNDSCHAU erklärte, werde an dem Reformvorhaben festgehalten, auch wenn jetzt ein Denkmodell geprüft wird. Bereits am 5. Dezember gibt es in Cottbus eine Leitbildkonferenz des Landes.

Bis zum Sommer solle das Leitbild als Reformkorridor beschrieben sein, ohne dass es schon ein Gesetz geben werde. "Wir werden nichts übers Knie brechen", sagte Decker. Die neuen Strukturen sollen 2019 in Kraft treten.

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