Der Krankenstand bei der Brandenburger Polizei ist weiter gestiegen: Statistisch gesehen entfielen im vergangenen Jahr auf einen Beamten 35,7 Krankentage und damit 1,5 Tage mehr als 2013, gab das Innenministerium am Montag an. Zuvor berichteten die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“. Damit fehlten jeden Tag etwa 820 der insgesamt 8200 Polizisten im Dienst. Als eine Ursache nannte die Gewerkschaft der Polizei in der Zeitung Überlastung. Neue Aufgaben müssten bei gleichzeitig sinkendem Personal übernommen werden.

Das Innenministerium erklärte dagegen, ein Zusammenhang mit dem Stellenabbau bei der Polizei in den letzten Jahren gebe es nicht. Den größten Anstieg beim Krankenstand habe es vorher, zwischen 2001 und 2009 von 15 auf 33 Tage gegeben, teilte Ministeriumssprecherin Susann Fischer mit. Dennoch bereite der steigende Krankenstand dem Ministerium Sorge. Daher werde auch das seit Jahren bestehende Gesundheitsmanagement mit Förderung des Dienstsports und psychologischen Beratungsangeboten fortgeführt.

Innenminister Karl-Heinz-Schröter (SPD) hatte bereits im Januar appelliert, derzeit sollte nicht über weitere massive Einschnitte beim Personal diskutiert werden. Allein 300 Polizisten seien nötig, um die langen Krankheitsausfälle abfangen zu können, hatte der Minister gesagt. Die rot-rote Koalition hatte zuvor den ursprünglich geplanten Abbau auf 7000 Polizisten bis 2020 bereits auf eine Mindestzahl von 7800 korrigiert.