"Für das Weihnachtsoratorium griff Johann Sebastian Bach auf bereits vorhandene Musik zurück", erklärt Matthias Eisenberg. "Viele Chöre und Arien sind Parodien, das heißt, Bach hat Musik seiner vormals aufgeführten Kompositionen wiederverwendet. Bestes Beispiel dafür ist der Eingangs chor zur ersten Kantate."

Am 8. Dezember 1733 als Glückwunsch-Kantate anlässlich des Geburtstags von Maria Josepha, Kurfürstin von Sachsen und Königin von Polen, aufgeführt, wurden die einzelnen Sätze mit anderem Text und nur geringen musikalischen Anpassungen für die ersten drei Kantaten des Weihnachts-Oratoriums nach dem Kontrafakturverfahren (Gegenentwurf) wiederverwendet und haben so weite Verbreitung erfahren, so Eisenberg "Ursprünglich hieß der Text nicht ,Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage!', sondern ,Tönet ihr Pauken, erschallet, Trompeten!'. Vorhandenes Material im Parodieverfahren zu nutzen, war zu Bachs Zeiten nicht unüblich." Da es seinerzeit noch keine Tonträger gab, lag es nahe, vorhandene Musikstücke erneut mit einem anderen Text zu nutzen, um sie so vor dem Vergessen zu bewahren.

In diesem Jahr werden die Kantaten 1, 2 und 6 von den MichaelisChören, begleitet vom Mitteldeutschen Kammerorchester, dargeboten. Solisten sind Amrei Rebekka Beuerle (Sopran),

Zvi Emanuel-Marial (Altus), Benjamin Glaubitz (Tenor) und Michael Zumpe (Bass), der auch das Weihnachts-Oratorium dirigiert.