Momentan ist nur jeder zwanzigste Jäger im Freistaat weiblich: Bei 318 der rund 6400 Mitglieder des Landesjagdverbands handelt es sich um Frauen, etwa 500 der etwa 10 350 Jäger sind weiblich. "Gefühlt scheinen es mehr Frauen zu werden, doch sicher nur in kleinen Schritten."

Die Jäger, die in Sachsen eine Fläche von rund 1,6 Millionen Hektar bewirtschaften, klagen darüber, dass die Jagd immer schwieriger wird. Der Landesjagdverband sieht einen Grund darin, dass die Landschaft durch Straßenbau, Tourismus und Sport in der Natur zunehmend mehr beansprucht wird. "Das Wild wird nachtaktiv und nachts wird nicht gejagt", erläuterte Ende.

In manchen Regionen Sachsens stiegen außerdem die Pachtpreise für Jagdreviere, was es Jägern dort schwierig mache, sich das Jagen leisten zu können. "Auch dort, wo der Wolf wieder kommt, wird das Jagen nicht leichter", ergänzte Ende. "All das kann regional dazu führen, dass Gebiete nur unzureichend bejagt werden." Schäden am Wald und an landwirtschaftlichen Kulturen könnten zunehmen. "Hier wird wohl der Nichtlandwirt, der Mensch in der Stadt, am ehesten merken, dass etwas nicht mehr stimmt", schätzte Ende ein.

Der Anteil des Waldes an der Fläche Sachsens liegt bei rund 28 Prozent. "Das Recht, zu jagen und das Wild zu nutzen, ist ein Nutzungsrecht, das den Grundeigentümern zusteht", sagte der stellvertretende Sprecher des Umweltministeriums, Falk Hofer. "Mit diesem Recht sind auch verschiedene Pflichten wie zum Beispiel die Hege der Wildarten und die Erhaltung seiner Lebensräume verbunden."

Der Landesjagdverband und auch das Umweltministerium halten die Zahl der Jäger für ausreichend. "Natürlich geht die demografische Entwicklung auch an uns Jägern nicht vorüber, wir werden immer älter", sagte Ende. "Daher ist gerade der Nachwuchs unter den jungen Jägern wichtig." Hofer berichtete, dass seit dem Jahr 2006 jährlich etwa 280 Frauen und Männer in Sachsen die Jägerprüfung bestehen. "Um junge Menschen für die Jagdausbildung zu interessieren, wurde in der neuen Sächsischen Jagdordnung der Zugang zur Jägerprüfung erleichtert", sagte der Sprecher.

An der Ausbildung sind auch die zwölf Jagdschulen der Jägervereinigungen des Landesjagdverbands beteiligt. Das Umweltministerium wie auch der Landesjagdverband vertreten die Auffassung, dass die Jagd in Sachsen derzeit und auch in Zukunft notwendig ist. "Die Jagd leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes in einem ausgewogenen Verhältnis zu seinen Lebensgrundlagen", sagte Hofer.

Der Landesjagdverband führt als Gründe für die Jagd außerdem an, die Artenvielfalt auch unter den nicht jagdbaren Tieren zu erhalten und zugleich das Neben- und Miteinander von Natur und Mensch erfüllen zu wollen.