Und in der Lausitz ist nur die Anlage des Kreisjagdverbands Königs Wusterhausen in Klein Wasserburg (Dahme-Spreewald) entsprechend abgenommen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski hervor, die der vorliegt.

Hintergrund der Anfrage ist ein Vorstoß der Agrarministerkonferenz der Länder im April: Damals hatten die Minister unter anderem der Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern den Bund gebeten, sich kurzfristig für ein Verbot bleihaltiger Jagdmunition einzusetzen.

"Man fürchtet, dass bleihaltige Munition zu erhöhten Bleiwerten im Wildbret führen kann, was dann möglicherweise Relevanz für die Gesundheit der Verbraucher haben könnte", erklärt der Vorsitzende des Brandenburger Landesjagdverbands, Wolfgang Bethe.

Doch eine Umstellung auf bleifreie Munition funktioniert nicht so einfach, wie man es sich denken könnte: Denn bleifreie Geschosse verhalten sich anders als bleihaltige Geschosse. Während ein Geschoss mit einem Bleikern beim Kontakt mit einem Widerstand zerplatzt oder sich breit drückt, kann ein bleifreies Geschoss unter Umständen abprallen. "Wenn Sie jetzt auf einen Schießstand treten, der ein Bleigeschoss ohne Weiteres verkraftet, kann es sein, dass dort Wände oder andere Bauteile sind, an denen das bleifreie Geschoss abprallt, zum Querschläger wird oder zurückfliegt", so Bethe. Deswegen müsste jeder Schießstand für die Verwendung bleifreier Munition gesondert zugelassen werden.

"Wenn wir künftig nur noch mit bleifreier Munition jagen sollen, brauchen wir aber auch Möglichkeiten, um unsere Waffen auf diese Munition einzuschießen", sagt Bethe. "Das Hin zur bleifreien Munition scheint machbar und sinnvoll", sagt dagegen Dieter Dombrowski. "Aber man darf das nicht einfach schnell mal machen." Nötig sei es, vor einem eventuellen Verbot der bleihaltigen Munition entsprechende Fristen einzuführen, damit die bis zu 13 000 Jäger im Land Brandenburg eine Chance hätten, ihre Schießstände entsprechend umzurüsten. "Wir brauchen großzügige Übergangsregelungen, damit sich die Vereine entsprechend darauf einstellen können."

"Ich schieße schon seit sechs Jahren mit bleifreier Munition", sagt dagegen der FDP-Landesvorsitzende und Hobbyjäger Gregor Beyer. Vor seiner Zeit als Politiker sei er der erste deutsche Jagdleiter gewesen, der in seinem Zuständigkeitsbereich bleifreie Munition verbindlich einführte. "Das ging damals um die Seeadler", erinnert sich Beyer. Denn die aufgebrochenen Reste des Wildes, die im Wald liegen bleiben, enthielten häufig Bleireste, die bei den Adlern dann zu einer Bleivergiftung führen könnten. Dennoch setzt sich auch der FDP-Politiker für eine Übergangsfrist zu bleifreier Munition ein: "Jede Waffe muss ja auf jede Munition neu eingestellt werden", sagt Beyer. "Da ist es sinnvoll, eine großzügige Übergangsfrist zu haben."