Er setzte sich am Mittwoch im Machtkampf mit Berlusconi durch und zog auch die Gefolgsleute des Cavaliere auf seine Seite. Das Berlusconi-Lager spaltet sich, italienische Medien sprachen vom Ende der Ära Berlusconi nach 20 Jahren in der Politik.

Für Berlusconi bedeutet die Beilegung der Regierungskrise eine herbe Niederlage, der weitere folgen dürften. Weil er rechtskräftig verurteilt ist, könnte ihm bereits heute vom Immunitätsausschuss des Senats der Parlamentariersitz entzogen werden.

Der 77 Jahre alte Medienmogul und Milliardär kündigte an, nicht von sich aus auf das Senatorenamt und damit auf seine politische Zukunft im Parlament verzichten zu wollen. Berlusconi ist im Parlament mit dem Vorhaben gescheitert, die von ihm fünf Monate lang mitgetragene Regierung Letta zu stürzen, um Neuwahlen zu erzwingen.

Letta bekam das Vertrauen problemlos, nachdem Berlusconi kurz zuvor doch noch eingelenkt und die Unterstützung der gesamten Partei angekündigt hatte. Der konservative Ex-Regierungschef hatte mit dem Rückzug seiner Minister aus dem Kabinett die Regierungskrise in Rom ausgelöst. Ein Teil seiner Partei rebellierte jedoch massiv dagegen.

Der Regierungschef zeigte sich erfreut, gestärkt durch den großen Vertrauensbeweis die Arbeit seiner Großen Koalition fortsetzen zu können. Das Land stecke tief in der Wirtschaftskrise, Reformgesetze müssten jetzt für Wachstum und Steuerentlastungen sorgen, sagte er. Außerdem wird es Lettas Ziel sein, eine Wahlrechtsreform durchzubrin gen.