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| 11:36 Uhr

Ist die Nato "russophob"?

Ein US-Amerikanischer Soldat schmiert sich am 03.07.2017 schwarze Farbe in Gesicht. Er ist Teil der NATO-Militärübung Saber Guardian 1, die in der Nähe von Gyor (Ungarn) stattfindet.
Ein US-Amerikanischer Soldat schmiert sich am 03.07.2017 schwarze Farbe in Gesicht. Er ist Teil der NATO-Militärübung Saber Guardian 1, die in der Nähe von Gyor (Ungarn) stattfindet. FOTO: Csaba Krizsan (MTI/AP)
Cottbus/Berlin. Die Spannungen zwischen Russland und der Nato gehen weiter. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eine "russophoben Minderheit" in der Nato kritisiert. Ein Militärexperte kontert die Kritik: "Russland hat mit der Einverleibung der Krim Spielregeln gebrochen." Bodo Baumert/Jan Selmons/mit dpa

In Brüssel hat am Donnerstag der Nato-Russland-Rat getagt, ohne Ergebnis, ohne erkennbare Annäherung zwischen Russland und der Nato. Der russische Außenminister Sergej Lawrow macht dafür eine "russophobe Minderheit" in der Nato verantwortlich. "Da überwiegt nicht der Wunsch, sachlich zu reden und Wege zu suchen, Entspannung und Normalität zu gewährleisten", sagte Lawrow bei einer Diskussionsveranstaltung der Körber-Stiftung in Berlin. "Ich bezeichne als Russophobie unbegründete und aggressive Versuche, unser Land zu isolieren."

Ganz anders sieht das der Militär- und Verteidigungsexperte Peter Boßdorf. "Ziel der Nato ist eine sicherheitspolitische Partnerschaft mit Russland. Fakt ist aber: Russland hat mit der Einverleibung der Krim Spielregeln gebrochen. Der Ball liegt jetzt bei Russland", erklärt Boßdorf im Gespräch mit der RUNDSCHAU.

Lawrow kritisierte auch erneut die Nato-Truppenstationierung im östlichen Bündnisgebiet. Unter anderem hatten die USA im Januar eine Panzerdivision nach Polen verlegt. Im Herbst soll diese durch eine andere Division ersetzt werden. Wieder werden Panzer auch durch die Lausitz transportiert. Auch deutsche Soldaten sind in Form von multinationalen Nato-Truppen im Baltikum im Einsatz.

In dieser Woche üben 25 000 Nato-Soldaten in der groß angelegten Übung Saber Gurdian 17 den Verteidigungsfall für Rumänien, Bulgarien und Ungarn - die Verteidigung gen Osten wohlgemerkt. Ziel sei es, die Bereitschaft und Zusammenarbeit der 22 beteiligten Nato-Staaten zu trainieren, heißt es von Seiten des US-Militärs. Auch ein Inspektionsteam aus Russland soll an der Übung teilnehmen, wie das US-Militär-Kommando für Europa informiert. man wolle, das die Übungen transparent sind.

Russlands Außenminister will mehr solcher Austausche. Er forderte am Donnerstag erneut eine militärische Bestandsaufnahme: Wer hat wo in Europa welche Truppen und Waffen stationiert - auf beiden Seiten.

Das vollständige Interview mit dem Verteidigungsexperten Peter Boßdorf lesen Sie am Samstag in der RUNDSCHAU.