Die Seuche stelle eine "Riesengefahr" für die Bestände dar. Zudem hätten vor allem Gänsezüchter Schwierigkeiten, die Tiere wie gefordert im Stall unterzubringen. "Normalerweise leben die Gänse auf der Wiese." Die meisten Landwirte hätten daher keine größeren Ställe.

Das Verbraucherschutzministerium hatte Anfang der Woche für ganz Sachsen eine Stallpflicht für Geflügel ausgerufen, das nun vorerst Tag und Nacht auf Auslauf verzichten muss. In Brandenburg gilt seit vergangener Woche ebenfalls eine Stallpflicht.

Laut Geflügelwirtschaftsverband gibt es in Sachsen rund 160 000 Mastgänse. Vor allem Betrieben mit mehr als 200 Tieren könnte die Verordnung Probleme bereiten, schätzt Drobisch. Manche schlachteten derzeit verstärkt, um die Bestände zu reduzieren. Zugleich warnte Drobisch vor Hysterie. "Wer seine Weihnachtsgans wie immer zubereitet, hat null Risiko."

"Das plötzliche Wegsperren ist natürlich Stress für die Tiere", sagt Lorenz Eskildsen von der gleichnamigen Gänsefarm. Aber zum Schutz vor einer Ansteckung mit der Geflügelpest gebe es keinen anderen Weg. Dass den Menschen angesichts der Vogelgrippe der Appetit vergeht, glaubt Eskildsen nicht. "Die Verunsicherung beim ersten Ausbruch vor zehn Jahren war groß, aber ich denke nicht, dass die Leute heute auf ihre Weihnachtsgans verzichten."