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| 01:06 Uhr

Israelische Soldaten könnten bei Gaza-Abzug Befehl verweigern

Tel Aviv.. Die angekündigte Räumung des Gazastreifens könnte nach den Worten des israelischen Vize-Verteidigungsministers Seew Boim an massenhafter Befehlsverweigerung von Soldaten scheitern.

Boim sagte gestern im israelischen Rundfunk, tausende von Soldaten könnten im Ernstfall den Gehorsam verweigern. Dies könnte der Funktionsfähigkeit der Armee derart schaden, dass der Abzug unmöglich würde, meinte der Minister. Eine neue Umfrage ergab unterdessen, dass der amtierende PLO-Chef Mahmud Abbas bei den Präsidentenwahlen am Sonntag mit zwei Dritteln der Stimmen rechnen kann.
Die Siedler leiteten gestern eine neue große Protestaktion gegen die Räumung des Gazastreifens ein. Vor dem Parlament in Jerusalem begannen Demonstranten einen zeitlich unbegrenzten Sitzstreik gegen den geplanten Abzug aus den 21 Siedlungen im Gazastreifen sowie vier weiteren Siedlungen im nördlichen Westjordanland. Hunderte von Aktivisten bauten Zelte auf. Die Demonstranten gaben an, sie wollten bis zu einer Volksbefragung über den Abzugsplan des Ministerpräsidenten Ariel Scharon ausharren.
Im nördlichen Westjordanland bewarfen Dutzende aufgebrachter Siedler israelische Polizei- und Armeetruppen, als diese einen ohne Genehmigung der Regierung errichteten Siedlungsvorposten räumen wollten. Die Truppen zerstörten in dem Posten nahe der Siedlung Izhar zwei Wohncontainer.
Der palästinensische Präsidentschaftskandidat Abbas will in dieser Woche auch in Jerusalem Wahlkampf machen. Nachdem Israel der Fahrt zugestimmt hatte, sagte sein Wahlkampfmanager Ahmed Abdel Rahman gestern: "Dies ist kein Privileg. Er hat das Recht, in Jerusalem zu sein." In Ramallah wurde erwartet, dass Abbas am Freitag nach Jerusalem reisen könnte, um auch die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg zu besuchen. Nach einer neuen palästinensischen Meinungsumfrage wollen 65 Prozent der Palästinenser am 9. Januar für Abbas stimmen. Israel hatte einer Teilnahme der in Jerusalem lebenden Palästinenser an den Wahlen zugestimmt. (dpa/ks)