Dort war ihm allerdings das Lachen zeitweise vergangen, nachdem ihm israelische Sicherheitskräfte nach einem Besuch mit einer Wirtschaftsdelegation im Palästinensergebiet die Wiedereinreise mit seinem Dienstwagen verweigerten. Platzeck durfte nur zu Fuß rein, der Wagen musste samt Fahrer draußen bleiben und der märkische Spitzenpolitiker musste die Fahrt nach stundenlanger Wartezeit mit einem Bus fortsetzen.Der Dienstwagen war kein Leihwagen mit möglicherweise windigem Hintergrund. Das gestoppte Fahrzeug hatte die Behörde von Bundesaußenminister Guido Westerwelle für Platzeck ganz offiziell gestellt. Man stelle sich den Fauxpas einmal umgekehrt vor: Deutsche Sicherheitskräfte würden die Fahrt eines israelischen Politikers nach einem Abstecher stoppen, den Politiker zum Aussteigen aus dem Diplomatenfahrzeug nötigen und diesen dann nach geraumer Zeit auf öffentliche Verkehrsmittel verweisen. Da beißt die Maus keinen Faden ab: Ein freundlicher Empfang sieht anders aus. Dabei gibt es an Platzecks Haltung zu Israel nichts zu deuteln. Er ist zweiter Vorsitzender der Jerusalem Foundation Deutschland, einer vom ehemaligen Jerusalemer Bürgermeister Teddy Kollek gegründeten gemeinnützigen Stiftung, die sich den überkonfessionellen Dialog von Juden, Christen und Muslimen auf die Fahne geschrieben hat. Dass Platzeck 70 000 Euro als Spende für ein Sommerlager jüdischer und arabischer Kinder übergeben hatte, interessierte die Behörden nicht. Das Beispiel zeigt, dass Sicherheitsbehörden, die mit großem Machtpotential ausgestattet allem und jedem misstrauen, letztlich unfähig werden, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Und man muss es sagen dürfen: Beklemmend ist dieser Vorfall allemal.