Israel hat sich der Kritik vieler Staaten an seinem Umgang mit den Palästinensern gestellt und damit den vor eineinhalb Jahren begonnenen Boykott des UN-Menschenrechtsrates beendet. "Wir sind offen für konstruktive Kritik", versicherte Israels stellvertretender Generalstaatsanwalt, Shai Nitzan, am Dienstag vor dem UN-Gremium in Genf bei einer Anhörung zur Menschenrechtslage in Israel. Vor allem islamische Staaten warfen Israel hingegen in der öffentlichen Debatte Heuchelei vor.

Mit der Suspendierung seiner Mitarbeit in dem Rat im März 2012 habe Israel die Pflichten eines UN-Mitgliedstaates schwerwiegend verletzt, erklärte der Vertreter der Vereinigten Arabischen Emirate. Israel sei nicht glaubwürdig, "solange es nicht die Besetzung palästinensischer Gebiete und die Gewalt gegen Palästinenser beendet". Wie alle 193 UN-Mitgliedstaaten ist auch Israel verpflichtet, sich etwa alle vier Jahre einer turnusmäßigen Überprüfung seiner Menschenrechtslage zu stellen. Zur dafür im Januar angesetzten Anhörung erschien jedoch kein Vertreter Israels. Der Rat setzte daraufhin den neuen Termin im Oktober an und erklärte, die Debatte werde notfalls auch ohne Israel stattfinden. Deutsche und andere westliche Staaten drängten die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, den Boykott zu beenden. Diese gab erst am Sonntag - quasi im letzten Moment - die Wiederaufnahme ihrer Zusammenarbeit mit dem UN-Gremium bekannt.

Israels UN-Botschafter Eviatar Manor wiederholte zu Beginn der Anhörung den Vorwurf, sein Land sei bei den UN immer wieder unfairer sowie unproportionaler Kritik ausgesetzt. So werde Israel ständig angegriffen, während der Rat Menschenrechtsverletzungen in zahlreichen anderen Ländern oft übergehe. Die Wiederaufnahme der Zusammenarbeit erfolge "unter starken Vorbehalten".

Seine Regierung achte die UN und die Menschenrechte, sagte der Botschafter. "Aber die unfaire Behandlung Israels muss beendet werden."