Die heftigsten Schießereien gab es am dritten Tag einer Razzia in Bet Hanun im Norden des Gazastreifens, wo sich etwa 60 bewaffnete Palästinenser in einer Moschee verschanzt hatten. Augenzeugen berichteten, ein Teil des Daches der Moschee sei eingestürzt, als die israelische Armee einen Bulldozer einsetzte. Israelische Soldaten nahmen in Ramallah im Westjordanland den palästinensischen Minister für öffentliche Aufgaben, Abdul Rahman Seidan, fest. Nach palästinensischen Angaben stürmten die Soldaten das Haus Seidans. Seidan ist das fünfte Mitglied der von der radikal-islamischen Hamas geführten Palästinenserregierung, das von Israel festgenommen wurde.
Die israelische Armee erklärte, der am Mittwoch begonnene Einsatz in Bet Hanun solle palästinensische Raketenangriffe auf Israel unterbinden. Nach palästinensischen Angaben erschossen Soldaten dabei aber auch zwei Demonstrantinnen, die zu der belagerten Moschee vordringen wollten. Die israelische Armee warf der Hamas-Regierung vor, diese habe die Frauen als menschliche Schutzschilde eingesetzt. Dagegen bezeichnete der palästinensische Regierungschef Ismail Hanija den Einsatz als "Massaker, angeordnet von der israelischen Regierung".
Die israelische Armee schätzt die Zahl der seit Mittwoch in Bet Hanun getöteten militanten Palästinenser auf mehr als 30. Dagegen geben palästinensische Krankenhäuser die Zahl mit 16 an, darunter auch Zivilisten. (dpa/roe)