In ungewohnter Einigkeit gingen die acht größten islamischen Religionsgemeinschaften gemeinsam an die Öffentlichkeit, um die Anschlagsserie zu verurteilen. "Die Mörder von Paris irren, wenn sie glauben, sie seien die Vollstrecker eines göttlichen Willens", sagte Zekeriya Altug, Sprecher des Koordinationsrats der Muslime (KRM).

Die Verbände nannten die Attentate "niederträchtig und barbarisch". Der Anschlag gelte allen friedliebenden Menschen.

Umso mehr müsse man nun zusammenstehen: "Gesellschaftlicher Zusammenhalt jetzt erst recht", betonte Altug. Nurhan Soykan vom Zentralrat der Muslime (ZDM) ergänzte, dem IS gehe es allein um Macht und territoriale Ansprüche. "Die Religion wird missbraucht als Rekrutierungsmittel." Die Organisationen rufen zudem dazu auf, die Flüchtlinge in Deutschland, die vor dem IS-Terror geflohen seien, vor einer drohenden Stigmatisierung zu schützen.

Auch mit der Schwarz-Weiß-Propaganda im Internet müsse man sich auseinandersetzen, sagte der Islamrat. Imame thematisierten das bereits in Gesprächskreisen mit Jugendlichen. Dem Koordinationsrat zufolge hat beim Thema Prävention jeder Verband seine eigenen Konzepte. Zentral seien "Identitätsbildung und solide religiöse Bildung", da vor allem junge Menschen mit Identitätsproblemen anfällig für extremistisches Gedankengut seien.