Vier Anhänger der Terrormiliz IS haben womöglich einen Anschlag in der deutschen Hauptstadt geplant. Die mutmaßliche Terrorzelle wurde gestern bei einer groß angelegten Razzia mit 450 Polizisten in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen zerschlagen. Ermittelt wird gegen vier Algerier (26 bis 49 Jahre) wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Es gab drei Festnahmen.

"Es geht um mögliche Anschlagsplanungen für Deutschland - konkret für Berlin", sagte Martin Steltner, Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Laut dpa hatten sich die Verdächtigen in abgehörten Telefonaten über mögliche Anschlagsziele in Berlin unterhalten. Sie sollen auch beraten haben, ob der "Checkpoint Charlie" ein Ziel sein könnte. Der frühere Grenzkontrollpunkt zwischen Ost und West ist ein Touristenmagnet.

Als Hauptverdächtiger gilt ein 35-Jähriger, der in einem Flüchtlingsheim in Attendorn (Sauerland) festgenommen wurde - aber nicht wegen möglicher Anschlagsplanungen. Auch seine 27-jährige Ehefrau wurde festgenommen. Beiden wird von algerischen Behörden Mitgliedschaft in der Terrormiliz IS vorgeworfen. Sie wurden mit internationalen Haftbefehlen gesucht, die nun von deutscher Seite vollstreckt wurden.

Ein zweiter Algerier (49) wurde in Berlin festgenommen - ebenfalls nicht wegen Anschlagsplanungen. Gegen ihn lag ein Haftbefehl wegen Urkundenfälschung aus einem anderen Verfahren vor.

Erkenntnisse gegen die Verdächtigen hätten sich um den Jahreswechsel verdichtet. Sie wollten sich in Berlin treffen, um Attentate vorzubereiten.

Politik Seite 7