Eine Chronologie der Entstehung: Internetprotest und erster Aufmarsch: Laut Organisator Lutz Bachmann entstand Pegida aus einer Facebook-Gruppe. Am 20. Oktober 2014 bahnen sich deren Mitglieder den Weg aus dem Netz. Bei der ersten Demonstration nehmen laut Polizei rund 350 Menschen teil.

Zuwachs und Vereinsgründung: Mitte November kommen 5000 Menschen zu den Versammlungen. Pegida ist als Verein eingetragen. Aktuell wurde die "Gemeinnützigkeit" beantragt. Nach Aktenlage laut Registergericht vielleicht mit Erfolg.

Zaudern und Unterstützung: Viele Politiker reagieren zuerst verhalten. Mitte Dezember sind 15 000 Menschen in Dresden auf der Straße, darunter Politiker der rechtspopulistische Alternative für Deutschland. Sie loten aus, inwieweit ihre Positionen mit der Pegida übereinstimmen. Die AfD Sachsen gab vergangene Woche bekannt, dass sie Schnittmengen mit den Protestlern sieht.

Weihnachtslieder und Gegendemonstration: Statt einer Kundgebung singen die Organisatoren am 22. Dezember Weihnachtslieder mit den 17 500 Teilnehmern. Vor Silvester kündigen Pegida-Ableger an, sich 2015 auch in anderen Städten zu versammeln. Außer in Dresden fallen die Veranstaltungen bisher kaum ins Gewicht. Gegendemonstrationen sind zahlenmäßig weit überlegen.

Reaktion der Politik: In der Neujahresansprache fordert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Bürger auf, den Spaziergängen fern zu bleiben. Dennoch sind die Zahlen der ersten Demonstration Anfang 2015 stabil. 18 000 Menschen kommen am 5. Januar zur Cockerwiese in Dresden.

Die heutige Demonstration: Experten erwarten, dass die Bewegung durch die Terroranschläge von Paris Zulauf erhält. Sachsens Polizei konnte der RUNDSCHAU am Freitag keine Prognose zu möglichen Teilnehmern geben. Hinzu kommt, dass heute erstmals in Leipzig protestiert wird. Ob künftig mit zwei Schwerpunkten zu rechnen ist, ist nicht absehbar. Polizeisprecher Thomas Geithner teilte mit, dass der Montag "sehr besonders" werden könnte.