ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 10:33 Uhr

IS reklamiert Terrorangriff in Istanbul für sich

Kurz vor dem Anschlag wurde im Ortaköy-Bezirk in Istanbul noch ausgelassen gefeiert. Foto: Emrah Gurel
Kurz vor dem Anschlag wurde im Ortaköy-Bezirk in Istanbul noch ausgelassen gefeiert. Foto: Emrah Gurel
Istanbul. Das Ziel des Terrorangriffs in Istanbul in der Silvesternacht war ein mondäner Tanzclub, die Bluttat trug die Handschrift der Terrormiliz IS. Deren Anführer hatte zuvor bereits zu Anschlägen in der Türkei aufgerufen. Nun erklärt der IS: Wir waren es. dpa

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat die Verantwortung für den verheerenden Angriff auf eine Silvesterfeier in einem Nachtclub in Istanbul übernommen. Ein „Soldat des Kalifats“ sei für die Tat in der türkischen Millionenmetropole verantwortlich, hieß es in einer am Montag im Internet verbreiteten Erklärung des IS.

Der IS hat in Teilen des Iraks und Syriens ein Kalifat ausgerufen. Die Echtheit des Bekennerschreibens ließ sich zunächst nicht überprüfen. Bei dem Terrorangriff auf eine Silvesterparty in dem bekannten Club Reina waren 39 Menschen getötet worden, darunter mindestens 26 Ausländer. Die meisten der getöteten Ausländer stammten aus arabischen Ländern. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, 69 Menschen seien zudem verletzt worden, auch unter ihnen seien mehrere Ausländer. Ob auch Deutsche unter den Verletzten sind, ist laut Auswärtigem Amt nicht bekannt. Das Ministerium bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung und stehe dazu in engem Kontakt mit den türkischen Behörden, hieß es.

Mindestens ein bewaffneter Angreifer war kurz nach Anbruch des neuen Jahres in den exklusiven Club am Bosporusufer eingedrungen und hatte wahllos das Feuer auf Hunderte Feiernde eröffnet. Von dem Täter fehlt weiterhin jede Spur. Die Tatsache, dass der Angriff einem mondänen Club galt, in dem auch Ausländer verkehren, hatten Beobachter in der Türkei als Hinweis auf einen islamistischen Hintergrund gewertet.

In dem Bekennerschreiben hieß es: „In Fortsetzung der gesegneten Operationen des Islamischen Staates gegen die Beschützerin des Kreuzes, die Türkei, hat einer der heldenhaften Soldaten des Kalifats gegen den berühmten Nachtclub zugeschlagen, wo die Nazarener (Christen) ihr polytheistisches Fest feiern. Er hat sie mit Handgranaten und seiner automatischen Waffe angegriffen und ihre Feiern in Trauer umgewandelt.“ Der Angreifer hatte das Feuer mit einer automatischen Waffe eröffnet. Von einem Einsatz von Handgranaten bei dem Angriff ist von offizieller Seite bislang nichts bekannt.