Sie tun alles, um das Image eines „zweiten Griechenlands“ abzulegen.

Irland musste sich vom europäischen Rettungsschirm mit 67,5 Milliarden Euro helfen lassen und selbst noch 17,5 Milliarden drauflegen. Das Land ist aber jetzt dabei, wieder aufzustehen.

Premierminister Enda Kenny hat ein ehrgeiziges Ziel. Spätestens 2013 – wenn möglich vielleicht sogar schon 2012 – will er Irland am freien Markt wieder kreditfähig gemacht haben.

Der Schuldenberg ist größer als die gesamte Wirtschaftsleistung eines Jahres – 160 Milliarden Euro. Angehäuft von verantwortungslosen Bankern und skrupellosen Immobilienspekulanten. Kenny drückt mit seinem Sparplan vor allem die Neuverschuldung. Die Quote fiel von 32 Prozent der Wirtschaftsleistung im Vorjahr auf voraussichtlich 10,6 Prozent 2011.

Entscheidend ist aber auch der Abbau des Berges. „Dafür braucht es Wachstum“, sagt ein Diplomat. „Die inländische Wirtschaft bleibt bis 2015 schwach und die Finanzausstattung des Staates wird in der nächsten Zukunft noch anfällig sein“, prognostizieren die Experten des Advisory Councils. Bis 2015 muss nach ihrer Empfehlung beim Sparen deshalb um satte vier Milliarden Euro nachgelegt werden.

Seit Dienstag werfen die Aufseher von Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds prüfende Blicke in die Bücher. Zwar attestiert die „Troika“ den Iren vorbildliche Sanierungsarbeit. Es sei aber noch Luft drin. So musste sich die Regierung etwa dazu aufraffen, endlich für Trinkwasser Geld zu verlangen, um die Einnahmen zu steigern.

Die „Troika“ wird zudem vor allem den Haushalt 2012 im Blick haben. Besonders im öffentlichen Dienst könnten die Kassenprüfer Spielraum entdecken. So ist etwa der Anteil der Personalkosten im Gesundheitswesen in Irland mit 56 Prozent einsame Spitze in Europa .