Oder eben gesprengt, weil sie ja nicht abtransportiert werden konnte. Es gab auch schon kleine Stoß- oder besser Dankesgebete: Gut, dass bisher nichts passiert ist. Fahren ja schließlich täglich Tausende Autos und Laster über die A15. Bei der Belastung, bei den Erschütterungen - was da alles hätte passieren können. Man mag es sich kaum ausmalen. Es ist ja auch schon oft genug etwas passiert. Vorsicht ist in jedem Fall angesagt und auch angebracht. Die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs in Brandenburg sind tatsächlich brandgefährlich. Davon können nicht nur Oranienburger, die gefühlt mindestens alle zwei Wochen Entschärfungen erleben, ein Lied singen. Die Männer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst haben mehr als genug zu tun. Über die Weltkriegsbomben oder die Arbeit der Munitionsberger Witze zu machen, verbietet sich von selbst. Aber, dass es sechs Tage gedauert hat, ein Rohr als solches zu identifizieren, ist irgendwie doch komisch. Sehr komisch sogar.

bettina.friedenberg@lr-online.de