Rejhaneh Dschabbari hat nach eigener Aussage vor sieben Jahren einen Mann, der sie vergewaltigen wollte, mit einem Messer getötet. Während des Prozesses war allerdings auch von einem Beziehungsdrama die Rede. Die junge Frau wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Teheran am Samstag in einem Gefängnis westlich von Teheran gehängt.

Das US-Außenministerium, das Auswärtige Amt sowie Menschenrechtler verurteilten die Hinrichtung. Man habe sich ernsthafte Sorgen gemacht, ob das Verfahren fair gewesen sei, sagte Außenamtssprecherin Jen Psaki. Sie verwies auf Berichte, wonach die Angeklagte ihr Geständnis unter Zwang abgelegt habe. Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Strässer, appellierte an den Iran, "die Vollstreckung weiterer Todesurteile mit sofortiger Wirkung auszusetzen". Die Todesstrafe sei eine unmenschliche, grausame und unmoralische Art der Bestrafung und habe im 21. Jahrhundert keinen Platz mehr, sagte Strässer laut einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes.

Bereits zuvor hatten Menschenrechtsorganisationen im Fall Dschabbari schwere Verfahrensmängel beklagt. Wichtige Beweise sollen beispielsweise nicht beachtet worden sein. Bei dem Opfer soll es sich nach Medienberichten um einen früheren Geheimdienstmitarbeiter gehandelt haben. In den Gerichtsakten soll von einem Arzt die Rede gewesen sein.

Vieles deutet darauf hin, dass die iranische Justiz Dschabbari vor einer Hinrichtung bewahren wollte - auch weil der Fall im Ausland für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatte. Aber im Iran gilt bei Totschlag das sogenannte Ghessass-Gesetz, wonach die Familie des Opfers das Recht auf Vergeltung hat. Sie kann dann entweder auf die Hinrichtung bestehen bzw. den oder die Täter begnadigen.

Die Familie des getöteten Mannes lehnte eine Begnadigung mehrfach ab.