"Wir sind bereits ein Atomstaat, aber wir werden unsere Atomtechnologie nur für friedliche Zwecke nutzen", sagte Ahmadinedschad auf einer Pressekonferenz in Teheran. Gleichzeitig machte er deutlich, dass für ihn ein von Moskau vorgeschlagener Kompromiss nicht zur Debatte steht, Irans Urananreicherung nach Russland zu verlegen.
Ahmadinedschad kündigte an, er werde in Briefen an "wichtige Staaten" den Standpunkt des Irans und seinen Wunsch nach einem atomwaffenfreien Nahen Osten nochmals darlegen. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie Atombomben entwickeln zu wollen. Der Weltsicherheitsrat hat Teheran ultimativ aufgefordert, bis zu diesem Freitag seine jüngst wieder aufgenommene Urananreicherung zu stoppen. Unklar ist, ob der Westen im Weltsicherheitsrat anderenfalls Sanktionen in dem höchsten UN-Gremium durchsetzten kann, da die Veto-Mächte Russland und China auf eine diplomatische Beilegung des Atomstreits dringen.
Zum russischen Vorschlag einer Verlagerung der iranischen Urananreicherung sagte Ahmadinedschad: "Russland hat sein Anreicherungsprogramm, wir haben unser eigenes Anreicherungsprogramm und der (Kompromiss-)Vorschlag stammt von vor sechs Monaten, als der Iran noch kein Anreicherungsprogramm hatte." Der iranische Präsident betonte, sein Land habe keine Geheimprojekte. "Aber wir können nicht akzeptieren, als Mitglied einer internationalen Organisation an alle Verpflichtungen gebunden zu sein, aber weder irgendwelche Unterstützung, noch Rechte oder Hilfe zu erhalten." Mit Blick auf das künftige Vorgehen des Weltsicherheitsrates drohte er mit einem Austritt aus der Atomenergieorganisation IAEO und dem Atomwaffensperrvertrag, sollte das höchste UN-Gremium nicht nach "Recht und Gesetz" entscheiden.
Derweil warnte der iranische Verteidigungsminister, Mohammed Mostafa Nadschar, die USA mit martialischen Worten vor einem Militärschlag gegen sein Land. Washington schließt einen solchen als letzte Konsequenz bislang nicht aus. (dpa/uf)