Nach Angaben von Außenminister Manuchehr Mottaki sollen 3000 Zentrifugen zur Urananreicherung „bald“ betriebsbereit sein.
Teheran hatte im Streit um das iranische Atomprogramm bereits mehrfach gedroht, im Falle von Sanktionen „Öl als politisches Instrument einzusetzen“ und keine Öl-Exporte aus dem Persischen Golf mehr zuzulassen. International wurden damit Ängste geschürt, Teheran könnte die Straße von Hormus für Öl-Lieferungen blockieren.
Die Bundesregierung hat die Sanktionen begrüßt und als „wichtiges Signal der Geschlossenheit der internationalen Staatengemeinschaft“ gewertet. „Ich fordere Iran eindringlich dazu auf, die Resolution des Weltsicherheitsrats zu befolgen, um den Weg für die Aufnahme von Verhandlungen freizumachen“ , sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).
Unterdessen berieten Regierung und Parlament in Teheran gestern hinter verschlossenen Türen über nächste Schritte nach der Entscheidung des Weltsicherheitsrates. Die Resolution untersagt unter anderem die Lieferung von Nukleartechnologie an den Iran und fordert eine Einstellung der Urananreicherung im Land.
Außenminister Mottaki sagte nach der Parlamentssitzung, die Regierung werde alle relevanten Entscheidungen der Abgeordneten berücksichtigen. Bereits am Sonntag hatte das Parlament angekündigt, es werde einen Gesetzentwurf billigen, der die Regierung verpflichtet, die Kooperation mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) zu überprüfen, einzuschränken oder zu beenden. Dagegen betonte der Vizedirektor der Iranischen Energieagentur, Mohammad Saidi, alle Atomprogramme stünden unter IAEO-Aufsicht.
Beobachter vermuten, dass Teheran trotz der harschen Worte bereits nach Möglichkeiten sucht, die Verhandlungen mit dem Westen mittels freundlich gesonnener Staaten wie China und Russland wieder aufzunehmen. (dpa/cd)

Zum Thema Atomkraft als Energiequelle
 Der Iran setzt nach Ansicht eines US-Forschers nicht nur aus politischen Gründen auf den Aufbau einer eigenen Atomindustrie, sondern ist trotz seines Ölreichtums auf die Kernkraft auch als Energieträger angewiesen. Die Nachfrage nach Energie steige im Iran schneller als die Erdölförderung, schreibt der Geograf und Umwelttechnologe Roger Stern von der John-Hopkins-Universität in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Erdölprodukte würden im Iran kräftig subventioniert, weshalb die staatliche Erdölgesellschaft damit keine Gewinne machen könne.