Aus Kuwait hieß es, als Folge des Beschusses seien die beiden kuwaitischen Boote zusammengeprallt, wobei ein Seemann verletzt worden sei. Das Ministerium machte keine Angaben dazu, ob die kuwaitischen Grenzbeamten die irakischen Soldaten festgenommen haben.
In der Region am Schatt el Arab, an der Nordspitze des Persischen Golfs, war es auch in der Vergangenheit mehrfach zu Zusammenstößen zwischen irakischen und kuwaitischen Booten gekommen. Die Wasserstraßen rund um die unbewohnte Warba-Insel werden unter anderem von Fischern, Öl-Schmugglern, Patrouillen der Vereinten Nationen und kuwaitischen Grenzsoldaten genutzt, wobei die Abgrenzung zu den internationalen Gewässern nicht gut zu erkennen ist. Kuwait meldet normalerweise alle Zwischenfälle in der Zone an den UN-Sicherheitsrat.
Auch im Vorfeld der irakischen Agression gegen Kuwait vom August 1990 gab es Territorialstreitigkeiten zwischen beiden Ländern. Hintergründe waren vor allem der Vorwurf illegaler kuwaitischer Ölförderungen auf irakischem Territorium und historisch bedingte Gebietsansprüche, vor allem aber die Sicherung eines strategisch wichtigen Zugangs zum Persischen Golf. Am 2. August 1990 marschierten dann irakische Einheiten in das militärisch weit unterlegene Kuwait ein. Gut drei Wochen später erklärte der Irak das annektierte Kuwait zur 19. irakischen Provinz. (AFP/red/ab)