Einige der Mitarbeiter seien von Wahlgegnern bedroht worden, andere seien dem Aufruf militanter sunnitischer Gruppen zum Wahlboykott gefolgt, hieß es.

Zahlreiche Rücktritte
Insgesamt sind in der Provinz Salaheddin, deren Hauptstadt Tikrit ist, bereits 46 Wahlkommissionsmitglieder zurückgetreten. Vor mehreren Tagen hatten alle 24 Mitglieder der Kommission in Samarra und elf Mitarbeiter in Bedschi ihre Ämter niedergelegt. Auch in der Nachbarprovinz Ninive gab es zahlreiche Rücktritte.
Übergangsministerpräsident Ijad Allawi räumte ein, dass es wegen der prekären Sicherheitslage eventuell nicht möglich sein werde, am 30. Januar in allen Landesteilen zu wählen. Allawi sagte im irakischen Fernsehen, er hoffe aber noch, dass amerikanische und irakische Sicherheitskräfte die Lage in den unruhigsten Gebieten bis zum Wahltag in den Griff bekommen könnten. Allawi gab damit erstmals öffentlich zu, dass die Gewalt die Wahl teilweise verhindern könnte. "Feindliche Kräfte wollen dieses Ereignis verhindern", sagte er nach einem Bericht der "New York Times".

Erneut Tote bei Anschlägen
In Mossul wurden gestern erneut zwei irakische Soldaten durch eine Autobombe getötet. Zwei weitere wurden verletzt, als ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug neben ihrer Pa trouille explodierte. Zwei Iraker starben östlich von Nadschaf in einem Kleinbus, als neben ihrem Fahrzeug ein Sprengsatz hochging. Ein US-Soldat wurde am Dienstag in der Provinz Anbar getötet. Das berichtete gestern das amerikanische Militär in Bagdad. Drei irakische Soldaten seien am Dienstag zudem bei einem Angriff von Aufständischen auf einen amerikanisch-irakischen Militärkonvoi ums Leben gekommen.
Das Innenministerium in Riad dementierte gestern Berichte, wonach islamistische Extremisten von Saudi Arabien aus versuchen, in den Irak einzudringen. "Die Grenze ist sicher", sagte ein Sprecher des Ministeriums. Der Polizeichef von Nadschaf hatte zuvor erklärt, Grenzwächter hätten in der Wüste vier Sprengstoffautos abgefangen und vier mutmaßliche Terroristen aus Saudi Arabien getötet. (dpa/ab)