Polizei und Militär sind machtlos, also haben diese Einwohner von Bagdad beschlossen, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen. Ihr Ziel: Selbstmordattentäter abschrecken, die sich vor ihren Häusern in die Luft sprengen könnten.

O-Ton Hasim Hassan, Bagdader Student:

,,Um Angriffe von Milizen oder Banden zu vermeiden, blockieren wir die Straßen und verbarrikadieren unser Viertel mit allem, was wir finden: Reifen, Waschmaschinen, alles Mögliche."

Selbstmord-Attentate mit Autobomben sind in der irakischen Hauptstadt häufig, Oft werden dabei Passanten willkürlich getötet. Folglich gehen die Menschen nur noch nach draußen, wenn es wirklich nötig ist. Ansonsten ziehen sie sich zurück.

O-Ton Um Basim, Einwohnerin von Bagdad:

,,Wir leben wie Gefangene im eigenen Haus. Wenn es klopft, vergewissere ich mich erst, dass es wirklich die Person ist, die ich erwarte bevor ich aufmache. Notfalls rufe ich meinen Besuch erst auf dem Handy an."

Dieser Zahnarzt aus Bagdad geht noch weiter. Für sich und seine Familie denkt er über eine radikalere Lösung nach: die Flucht.

O-Ton Walid Chalil, Zahnarzt in Bagdad:

,,Wenn die Sicherheitslage hier weiter so schlecht ist, werde ich den Irak verlassen müssen. Und ich kann Ihnen sagen, ich bin nicht der Einzige, der darüber nachdenkt."

Vor sechs Monaten hat US-Präsident George W. Bush seine Irak-Strategie geändert. Die Unsicherheit grassiert immer noch. Für Bush wird es immer schwieriger, den Krieg zu rechtfertigen - angesichts sinkender Unterstützung der Amerikaner und einer desillusionierten irakischen Bevölkerung.