Die CDU hatte verhindert, dass ein SPD-Antrag zur Ablehnung des Krieges auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Die CDU setzte die Sitzung mit der regulären Tagesordnung fort. Damit bestreitet erstmals nur eine Fraktion eine Landtagssitzung.

Unterdessen hat sich in Sachsen erster Widerstand gegen das militärische Eingreifen formiert. SPD, PDS und Grüne verurteilten den Angriff auf den Irak. Friedensbündnisse, Vereine und Parteien riefen landesweit zu Protesten auf.

Nach Einschätzung von Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) gibt es bislang keine konkreten Anzeichen für eine Gefährdung der Bevölkerung in Sachsen. Es gebe auch keine Hinweise auf konkrete Ziele für terroristische Anschläge, auf konkrete Orte oder Zeiten.

„Meine Sorge gilt den Menschen im Mittleren Osten“, sagte Milbradt in einer Regierungserklärung im Landtag. „Es ist meine Hoffnung, dass es bei den militärischen Aktionen in den kommenden Tagen möglichst wenig Opfer unter der Zivilbevölkerung und den beteiligten Soldaten gibt.“ Er hoffe, dass Saddam Hussein in dem Konflikt keine Massenvernichtungswaffen einsetzt.
Im Landtag war es zuvor zu einem einmaligen Eklat gekommen, weil sich CDU-Mehrheitsfraktion und Opposition nicht auf eine Änderung der Tagesordnung angesichts des Krieges einigen konnten. PDS und SPD verließen die Landtagssitzung, nachdem die CDU verhindert hatte, dass ein SPD-Antrag zur Ablehnung des Krieges auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Die CDU führte die Plenarsitzung anschließend allein mit der regulären Tagesordnung fort.

PDS-Landtagsfraktionschef Peter Porsch warf den USA vor, sie hätten das Völkerrecht mit Füßen getreten. Wer einen Kreuzzug verkünde, sei nicht besser als jeder Fundamentalist in dieser Welt. SPD-Landesvorsitzende Constanze Krehl bezeichnete am Rande einer Sondersitzung des Europäischen Parlaments den Krieg gegen den Irak als verantwortungslos. „Die Vereinten Nationen, nicht die Vereinigten Staaten müssen aktiv werden.“ Grünen-Landesvorsitzender Karl-Heinz Gerstenberg sagte: „Mit dem Krieg wird das Völkerrecht zerbombt und durch das Recht des Stärkeren ersetzt.

In vielen Orten öffneten die Kirchen bereits am Donnerstagmittag für Gebete. In Meißen und Dresden wurden zum Zeichen des stillen Protestes um 12.00 Uhr Kirchenglocken geläutet. In Dresden wollte am späten Nachmittag die Friedensinitiative demonstrieren, auf dem Theaterplatz in der Landeshauptstadt war eine Großkundgebung geplant. In der Leipziger Nikolaikirche war ein Friedensgebet

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