Er ist Geschäftsführer der Global Aviation Services GmbH (GAS), einem Unternehmen mit Sitz in Lilienthal bei Bremen, und will sich an der früheren NVA-Landepiste im äußersten Osten Deutschlands ansiedeln.

Wenn Zeydan Öncü über den Flugplatz Rothenburg spricht, gerät er schnell ins Schwärmen: “Ich habe mich auf den ersten Blick in diesen Platz verliebt, da er optimale logistische Voraussetzungen bietet. Wo gibt es das heutzutage noch - eine Landebahn, auf der Maschinen bis hin zum Airbus 320 oder zur Boeing 737 landen können - mit direkter Anbindung an eine Fertigungshalle?„ In eben dieser Halle - ergänzt noch um einige Neubauten - will die GAS einen ganz besonderen Service anbieten: Die luxuriöse Umgestaltung von serienmäßigen Flugzeugen, ganz nach dem individuellen Geschmack der zahlungskräftigen Eigentümer. In Abu Dhabi hat Zeydan Öncüs Firma bereits die Bombardier-Maschine des dortigen Kronprinzen in einen fliegenden Palast verwandelt. Das Ergebnis überzeugte offenbar so sehr, dass jetzt auch der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate die Dienste der Global Aviation Services GmbH in Anspruch nehmen will. Der Geschäftsführer selbst kann auf eine 19-jährige Tätigkeit bei EADS zurückblicken. Im Jahr 2004 übernahm Zeydan Öncü die Geschäftsführung der Spekon GmbH in Seifhennersdorf, eines Herstellers von Fallschirmen und anderer “Spezialkonfektion„. Ein Jahr später schließlich gründete er sein eigenes Unternehmen, das sich auf die VIP-gerechte Umrüstung von Flugzeugen spezialisiert hat. Video-Nachrichten zum Artikel bc_widget_single({'token':'Yv5Hi9hkfha42V_EyX-LerBxuXGTwWeLQ1A2Qf6PrK0.', 'width':450, 'postfix':'', 'videoIds':[664800906001], 'dir': 'http://www.lr-online.de/mediacenter/videos/', 'playerIds':[21313753001]});

Auf der Suche nach einem Fertigungsstandort in Deutschland kam Zeydan Öncü durch die Vermittlung eines Freundes nach Rothenburg. Neben den bereits genannten Vorzügen spielte auch folgendes eine wichtige Rolle: “Unsere Kunden achten sehr stark auf Diskretion, wollen nicht gern im Fokus der Öffentlichkeit stehen.„ Durch seine Abgelegenheit biete der Flugplatz Rothenburg auch hierfür optimale Bedingungen.

Auch wenn Zeydan Öncü noch auf die letztendliche Förderbestätigung durch die Sächsische Aufbaubank wartet, ist er schon aktiv geworden: “Wir schulen bereits 20 künftige Mitarbeiter, die allesamt aus dem engeren Umkreis um Rothenburg kommen.„ Im Januar soll eine weitere Schulung beginnen, sodass der “Start„ mit 30 Beschäftigten erfolgen kann. Die Investitionssumme beziffert Öncü mit vier Millionen Euro.

Als “sehr positiv„ bewertet er das Engagement des Landkreises sowie der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz (ENO). Immerhin hatte Landrat Bernd Lange (CDU) noch im Februar einen Abwicklungsbeschluss des Kreistages über den Flugplatz mit dem Hinweis auf mögliche Investoren aus dem “luftfahrtaffinen Bereich„ hinauszögern können. “Der Kreistag wird sich im Dezember mit der Thematik beschäftigen„, heißt es aus dem Landratsamt. Weitere ähnliche “Erfolgsmeldungen„ seien in den nächsten Monaten jedoch nicht zu erwarten.