Noch ein drittes Mal wird sie kommen, nach Dresden am 15. September.

Herausforderer Peer Steinbrück (SPD) spa-zierte an einem Mittwoch im August durch die Leipziger City, was nicht weiter auffiel, weil am selben Tag Kanzlerin Merkel in Oschatz ein, sagen wir mal, Konzert gab. Zumindest gab es da Bühne, Musik und Grou-pies.

Als der Grüne Jürgen Trittin Ende August auch noch nach Leipzig kam, war schon ziemlich die Luft raus. Trittins Besuch bei der Europäischen Strombörse Eex löste kein Erdbeben mehr aus. Parteikollegin Renate Künast war auch da, sie sammelte in einem Biogarten in Leipzig-Plagwitz Äpfel und Birnen als Inspiration für ihr Bio-Kochbuch. Die Idee mit dem Essen ist zumindest nicht so schlecht, dass es die Linken nicht auch versuchen würden. Die sind im September mit einer Polit-Kochshow auf Sachsens Marktplätzen unterwegs.

Da stehen dann die Bundestagskandidaten in ihren roten Schürzen und verbrennen sich am heißen Eisen der Fritteuse. Dass was Schmackhaftes bei rauskommt, ist kaum zu erwarten, aber immerhin hat es die Idee in diese Kolumne geschafft . . . Bei so vielen Besuchern kann nicht jedes Mal großer Bahnhof sein. Lernen musste das kürzlich Günther Oettinger (CDU), der wohl einzige Polit-Besucher, der gerade nicht gewählt werden möchte.

Der EU-Energiekommissar kam eigentlich nur nach Dresden, um der sächsischen Braunkohle den Rücken zu stärken. Aber da waren alle schon ganz hibbelig wegen des anstehenden Merkel-Steinbrück-TV-Duells. Zum Trost bekam Oettinger von CDU-Fraktionschef Steffen Flath einen guten Schluck für den Heimweg: Feinste Brände aus sächsischen Äpfeln und Birnen.