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| 01:07 Uhr

Intifada-Führer verweigert Verteidigung

Tel Aviv.. Intifada-Führer Marwan Barguti hat gestern bei einer Gerichtsverhandlung in Tel Aviv ein Verteidigungsplädoyer in seinem Prozess strikt abgelehnt.

Der von Israel des mehrfachen Mordes angeklagte Barguti begründete dies vor dem Bezirksgericht in Tel Aviv damit, dass es für ihn in Israel ohnehin keine Chance auf Gerechtigkeit gebe. "Ein palästinensischer Bürger, der unter Besatzung lebt, kann keine Gerechtigkeit von einem israelischen Gericht erfahren, sagte der Fatah-Chef im Westjordanland.
"Dies ist ein politischer Prozess, der Generalstaatsanwalt (Eliakim Rubinstein) hat schon entschieden, die Geheimdienste haben entschieden und Sie (die Richter) können gar nichts entscheiden", betonte Barguti. Als Beweis zitierte er Rubinstein, der ihn noch vor einer Verurteilung als "Erz-Mörder" und "Architekt des Terrors" bezeichnet habe. Die Richter sagten, die Äußerungen des Generalstaatsanwalts seien auch nicht in ihrem Sinne. Sie verlängerten Bargutis Haft um weitere sechs Monate und setzten die Abschlussplädoyers für den 24. August an.
Barguti, der im April 2002 in Ramallah verhaftet worden war, spricht dem israelischen Gericht das Recht ab, ihn anzuklagen und lehnt den Pflichtverteidiger ab. Er beklagte sich auch über die harten Umstände seiner Haft: Seit zehn Monaten werde er in Isolationshaft gehalten und dürfe seine Familie nicht sehen. Die sanitären Bedingungen in seiner Zelle seien unzulänglich.
Der palästinensische Abgeordnete für die PLO von Palästinenserpräsident Jassir Arafat hat nach Meinung der israelischen Ankläger den gewalttätigen Widerstand gegen Israel im Westjordanland in Absprache mit Arafat koordiniert und soll damit für den Tod von 26 Israelis seit Ende September vergangenen Jahres verantwortlich sein. (dpa/ab)