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Internet gibt Handel neuen Schwung

Cottbus/Dresden. Der anhaltende Boom beim Online-Versand zwingt den stationären Einzelhandel immer mehr zum Umdenken. Dienstleistungen und Online-Präsenz flankieren den Verkauf – auch in der Lausitz, wie die RUNDSCHAU-Serie "Ich kaufe regional" verdeutlichte. Christian Taubert

Eine Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung (IHF) zur Zukunft des Einzelhandels hat dem Online-Versand auch über 2020 hinaus ein starkes Wachstum prophezeit. Zurzeit betragen die Zuwächse beim Umsatz rund elf Prozent.

Dennoch weist die Statistik darauf hin, dass 80 Prozent der Produkte im stationären Einzelhandel umgesetzt werden. Die Kölner Forscher kommen zu dem Fazit, "dass der stationäre Handel nicht gänzlich von der Bildfläche verschwinden wird". Sie sehen trotz abnehmender Umsatzpotenziale enorme Stärken beim Einzelhändler vor Ort. Gegenüber dem E-Commerce gebe es nicht zuletzt den Vorteil der spontanen Shopping-Erlebnisse. Das IHF kommt dennoch zu der Erkenntnis: "Der Handel muss sich neu definieren." Nach dessen Einschätzung müsse er zusätzlich "zum Berater, Animateur, Stylisten oder Gastronomen werden" und dennoch Verkäufer bleiben.

Für die Industrie- und Handelskammern Cottbus und Dresden bedeutet das, noch viel mehr Dienstleister und Verkäufer zugleich zu werden. Einzelhändler in der Lausitz haben diesen Trend in der RUNDSCHAU-Serie "Ich kaufe regional" bestätigt.

Aus Sicht der IHK müssten die Kommunen zudem verstärkt Zentrenkonzepte für ihre Innenstädte entwickeln. Katrin Erb von der IHK Cottbus sieht darin eine Chance, dass Kommunen gezielt Ansiedlungen in die Stadtkerne bringen. Das Shoppen sei längst zum Freizeiterlebnis geworden, sagt Katrin Erb. Es müsse aber auch Anreize dafür geben.

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