An Kindergärten und Schulen mit mindestens zweisprachiger Erziehung lernen in Sachsen rund 4400 Kinder und Jugendliche. Größte Einzeleinrichtung ist die Leipzig International School (LIS), an der allein mehr als 770 Schüler aus fast 60 Ländern registriert sind, wie eine Umfrage ergab. An der internationalen Schule in Dresden (DIS) lernen 500 Jungen und Mädchen aus 38 Nationen, an den der Saxony International School (SIS) angehörenden 14 Kindertagesstätten und elf Schulen sind es gut 3000. Für die Eltern ist es kein billiges Vergnügen: An der LIS sind zum Beispiel in Klassenstufe zwölf pro Monat 900 Euro fällig.

"Die Saxony International School hat ihren Ursprung in einem Kindergarten in Glauchau, den wir 1998 übernommen haben", berichtete SIS-Geschäftsführer Rüdiger School. Dabei habe von Anfang an das Bildungskonzept auf englischsprachige Erziehung abgezielt. So wie in Glauchau wurden neben den Kindergärten erst Grundschulen, später auch Mittelschulen, Gymnasien und ein berufsbildendes Gymnasium eingerichtet. "Viele unserer Schulen sind dort entstanden, wo sich durch die Schließung öffentlicher Schulen empfindliche Lücken ergeben hatten", sagte School.

Laut School gibt es an den SIS-Einrichtungen derzeit nur relativ wenige Kinder mit Wurzeln im Ausland. "Darunter sind zum Beispiel Kinder aus Südafrika und Griechenland", berichtet er. "Ich würde mir vor allem in der derzeitigen Situation wünschen, dass Kinder aus Flüchtlingsfamilien zu uns geschickt würden, die wir in den Kindertagesstätten und Schulen aufnehmen könnten." Dadurch würden sich für viele Flüchtlingsfamilien, die zwar kein Deutsch, aber Englisch sprächen, die Integrationschancen deutlich erhöhen. Ihm ist klar, dass es den Familien nicht leicht fallen würde, die Gebühren, die zwischen 80 und 110 Euro pro Monat liegen, aufzubringen. Doch auch hierfür ließe sich eine Lösung finden, ist er überzeugt.

Wie auch andere internationale Schulen und Kindergärten versucht die SIS, viele Muttersprachler als Lehrer und Erzieher zu gewinnen. "Von den 38 Lehrern, die wir in diesem Jahr neu eingestellt haben, sind allein zehn Muttersprachler aus den USA und Kanada." Da in den SIS-Schulen auch Spanisch angeboten wird, rekrutieren sich andere Mitarbeiter aus Spanien, Peru oder auch Nicaragua.

Auch die DIS hat 1996 mit zunächst 13 Schülern klein angefangen, wie Pressesprecherin Kathleen Proppé mitteilte. Seither seien die Schülerzahlen stark gewachsen. "Seit Mitte der 2000-Jahre schwanken die Zahlen zwischen 500 und 550", sagte sie. Zuletzt sei die Tendenz aber leicht abnehmend gewesen. Dennoch passiere es durchaus, dass in einer Altersgruppe oder Klassenstufe einmal keine freien Kapazitäten vorhanden seien, so dass keine zusätzlichen Schüler aufgenommen werden könnten. "Die Schule hat auch nicht die Möglichkeit, den besonderen Bedürfnissen von Kindern mit einer signifikanten Behinderung gerecht zu werden", räumt Proppé ein. Nach ihren Angaben variieren die Schulgebühren je nach Alters- und Klassenstufe zwischen 7100 und 11 300 Euro pro Schuljahr. Allerdings bekommen etwa 25 Prozent der DIS-Familien eine Finanzhilfe. "Jede Familie kann an der DIS einen Antrag auf Reduzierung der Schulgebühren stellen", erläuterte sie.

Gleich 20 Nationen gehören die gut 150 Mitarbeiter der LIS an. Wie es auf der Internetseite der Schule heißt, kommen sie unter anderem aus Großbritannien, den USA, Kanada und Australien. Wie an den anderen internationalen Schulen in Sachsen ist vor allem Englisch eine Unterrichtssprache. Angeboten werden aber auch Kurse in Chinesisch, Russisch, Arabisch oder Portugiesisch.