Das Dresdner Elbtal droht wegen eines umstrittenen Brückenbaus von der Unesco-Welterbeliste gestrichen zu werden.
Um die 160 Millionen Euro teure Elbe-Brücke wird zwischen Befürwortern und Gegnern seit Langem gerungen. Nach Ansicht der Pro-Fraktion ist sie für den Straßenverkehr unerlässlich. Gegner sehen in dem Bau irreparable Schäden für das landschaftlich reizvolle Elbtal im Stadtgebiet Dresdens.
Das Dresdner Regierungspräsidium hatte am 14. August den Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke praktisch angeordnet. Für den Fall, dass die Stadt nicht bis heute um Mitternacht Bauaufträge vergibt, will die Behörde das selber tun oder Dritte beauftragen. Gegner der Brückenbaus kündigten juristische Schritte gegen das Vorgehen an.
Für heute Abend ist eine Sondersitzung des Stadtrates geplant. Dabei geht es auch um einen neuerlichen Bürgerentscheid zur Brücke. Nach Lage der Dinge fehlt ihm die notwendige Zweidrittelmehrheit. Schon im Vorfeld hatten Politiker verschiedener Parteien für eine Denkpause in dem Konflikt plädiert. "Wir brauchen noch Zeit zur politischen Kommunikation", sagte Grünen-Stadträtin Eva Jähnigen gestern. (dpa/mb)