Fritschs neuer Ansatz: „Beide Länder haben gemeinsam ein Interesse, ihre Haushalte in Ordnung zu bringen. Da das gemeinsam besser und schneller geht als getrennt, muss die Fusion so zeitig wie möglich kommen.“ Insofern dürfe der vereinbarte Fahrplan - Volksabstimmung 2006/Fusion 2009 - nicht in Frage gestellt werden. Ein früherer Termin wäre laut Fritsch zwar wünschenswert, sei aber nicht realistisch.


Fritsch widersprach damit ausdrücklich Unions-Fraktionschefin Beate Blechinger, die „keine Möglichkeit“ sieht, intensiv über eine Fusion zu sprechen, solange die Finanz-Probleme beider Länder nicht gelöst seien. Zwar hatte es beim gescheiterten ersten Fusionsanlauf gerade in Brandenburg erhebliche Ängste gegeben, dass das Land für Berliner Schulden geradestehen muss. Trotzdem geht der SPD-Fraktionschef davon aus, dass die bislang fusionsskeptischen Märker auch für eine Fusion mit einem hochverschuldeten Berlin gewonnen werden können - wegen der landesweit spürbaren Finanzprobleme Brandenburgs. „Wenn jeder erkennt, dass das Geld hinten und vorn nicht reicht, müsste sich das positiv auf die Zustimmung zur Länderfusion auswirken.“


Vor diesem Hintergrund bedauerte Fritsch die jüngsten Turbulenzen um die allein aus Termingründen verlegte gemeinsame Hauptausschusssitzung zur Fusion, die von fusionsskeptischen Stimmen und wechselseitigen Vorwürfen Brandenburger und Berliner Politiker begleitet worden war (die RUNDSCHAU berichtete). Dies sei völlig „unnötig“ gewesen, so Fritsch. „Die Absage war nachvollziehbar, die Begleitmusik bedauerlich“ , sagte Vize-Regierungssprecher Manfred Füger. Er betonte, dass sich die Regierungschefs Matthias Platzeck und Klaus Wowereit einig seien, am Projekt eines gemeinsamen Landes festzuhalten.