(iwe) Bei den Sondierungsgesprächen in Potsdam hat es am Donnerstagvormittag Annäherungen zwischen CDU, SPD und Grünen gegeben. Das berichteten Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), der Verhandlungsführer der CDU, Michael Stübgen und die Grünen-Verhandlungsführerin Ursula Nonnemacher nach einer mehrstündigen Gesprächsrunde, bei der erstmals alle drei Fraktionen einer möglichen Kenia-Koalition an im Dreieck angeordneten Tischen im Arconahotel miteinander sprachen. „Die Partner bewegen sich aufeinander zu“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke  am Donnerstag nach einer rund vierstündigen Beratung.

Doch große Teile der Parteibasis vor allem der Grünen favorisieren ein anderes Modell, nämlich ein rot-rot-grünes Bündnis, wie es derzeit zum Beispiel in Berlin oder Bremen regiert. Das zeigt sich etwa an einer gemeinsamen Stellungnahme der drei Jugendorganisationen „Jusos“, „Solid“ und „Grüne Jugend“, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Gemeinsam stellte man darin Forderungen für ein mögliches  rot-rot-grünes Bündnis auf: So sprach sich Jusosprecherin Rica Eller für die Neuschaffung von Gemeinschaftsschulen und eine weitere Lehramtsfakultät außerhalb des Speckgürtels aus – womit sie auch Forderungen übernahm, die sich in den Wahlprogrammen von Linken und Grünen fanden. Ricarda Budke von der Grünen Jugend sprach sich dafür aus, dass der Verfassungsschutz kein Nachrichtendienst mehr sein soll, und Tom Berthold, Landessprecher von „Solid“, sprach sich für einen Einstieg in einen entgeltfreien Nahverkehr und einen Privatisierungsstopp aus.

Doch auch die „Erwachsenen“ sprachen am Nachmittag noch einmal miteinander: SPD, Grüne und Linke trafen sich, um noch einmal Möglichkeiten für ein rot-rot-grünes Bündnis auszuloten.