Zuvor wird US-Außenminister Colin Powell am Mittwoch im UN-Sicherheitsrat Beweise vorlegen, dass der Irak nach US-Ansicht weiterhin gegen die Abrüstungsauflagen verstößt. Die griechische EU-Ratspräsidentschaft will danach entscheiden, ob sie einen EU-Sondergipfel einberuft, um nach der Solidaritätsadresse von acht europäischen Staaten an die USA eine einheitliche europäische Linie zum Irak-Konflikt zu finden.
Bei der Bekanntgabe des neuerlichen Blix-Besuches ließ der stellvertretende irakische Ministerpräsident Tarik Asis gestern offen, ob sich der Irak damit den von Blix für einen Besuch genannten Bedingungen beugen will. Blix und der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed el Baradei, hatten gefordert, Bagdad müsse Erkundungsflüge mit amerikanischen U2-Flugzeugen zulassen und sicherstellen, dass sich irakische Wissenschaftler künftig ohne die Anwesenheit eines irakischen Aufpassers von den Inspekteuren befragen ließen.
Blix hatte zuvor erklärt, er sehe im Gegensatz zur US-Regierung bisher keine überzeugenden Gründe für einen Militärschlag gegen den Irak. Der 74-jährige schwedische Diplomat sprach sich erneut für die friedliche Abrüstung des Irak aus: "Ich glaube, es wäre schrecklich, wenn ein Militärschlag (die Inspektionen) abbrechen würde." (dpa/ab)