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| 02:50 Uhr

Innenstaatssekretär Fritsche provoziert den NSU-Ausschuss

Klaus-Dieter Fritsche kritisiert die Weitergabe vertraulicher Informationen an die Medien. Foto: dpa
Klaus-Dieter Fritsche kritisiert die Weitergabe vertraulicher Informationen an die Medien. Foto: dpa FOTO: dpa
Berlin. Der Innenstaatssekretär und frühere Verfassungsschützer Klaus-Dieter Fritsche hat den NSU-Untersuchungsausschuss im Bundestag gegen sich aufgebracht. Bei seiner Befragung am gestrigen Donnerstag wies Fritsche Vorwürfe gegen Sicherheitsbehörden und Regierung bei der Aufklärung der Neonazi-Mordserie vehement zurück und beklagte stattdessen die Preisgabe vertraulicher Informationen an die Medien. dpa/bl

Die Parlamentarier reagierten verärgert. Die Sitzung wurde zwischenzeitlich unterbrochen.

Fritsche war von 1996 bis 2005 Vizepräsident des Bundesamts für Verfassungsschutz und anschließend Geheimdienstkoordinator im Bundeskanzleramt. Fritsche arbeitete damit über Jahre an zentralen Stellen für den Fall der rechtsextremen Terrorzelle NSU - von der Zeit, als das Trio Ende der 90er-Jahre untertauchte, über die Zeit der Verbrechen bis zur Aufarbeitung nach dem Auffliegen der Gruppe im November 2011.

Im NSU-Ausschuss warnte Fritsche vor einer Skandalisierung in der Debatte und vor pauschalen Urteilen zu den Pannen.