In seiner zehnjährigen Amtszeit gelang es Körting, von Linken und Grünen wie von CDU und FDP trotz Einzelkritik anerkannt und häufig gar gelobt zu werden.

Zugute kam ihm in den zahllosen Debatten um Demonstrationen, Versammlungsrecht, Polizeieinsätze und Deeskalation, dass er promovierter Jurist ist. Jetzt will der fünffache Vater andere Schwerpunkte setzten. „So ist das Leben. Ich bin 69 Jahre alt, und da will man mit seinem Leben noch etwas anderes machen“, sagte Körting zu seiner Entscheidung. Zu seinen Zukunftsplänen wollte er sich nicht äußern.

Körting wurde in Bad Harzburg geboren und studierte in München und Berlin. Mit 30 Jahren war er Richter. Seine politische Karriere verlief eher schleppend. In den 70er-Jahren arbeitete Körting als Bezirksstadtrat, dann wurde er Rechtsanwalt und zog 1989 und 1999 jeweils nur kurz ins Abgeordnetenhaus ein. Von 1992 an war er Vizepräsident des Berliner Verfassungsgerichtshofes und von 1997 bis 1999 wiederum nur kurze Zeit Justizsenator. Ab 2001 stellte die SPD den Innensenator, und Körting wurde vom neuen Regierenden Bürgermeister Wowereit gerufen.

Zusammen mit dem früheren Polizeipräsidenten Dieter Glietsch gelang es Körting im Lauf der Jahre, den politischen Streit um den 1. Mai abflauen zu lassen. Die politische Linke konnte Körting akzeptieren, weil er auch bei Abschiebungen oder der Räumung besetzter Häuser nie die menschliche Seite aus den Augen verlor und immer gesprächsbereit war. Er suchte den Kontakt zu türkischen und arabischen Verbänden und Moscheevereinen, um so gemeinsam Probleme anzugehen. Die Konservativen unterstützten ihn oft, weil er konsequent auf die Staatsgewalt und die Gesetzestexte verwies.

In einer Zeitung hieß es einmal über Körting: „Der Mann sagt, was er denkt. Aber er denkt nach, bevor er etwas sagt.“ Ein für Politiker nicht immer typisches Verhalten.