Nach dem Terroralarm in Hannover gibt es nach Einschätzung von BKA-Chef Holger Münch keine Hinweise auf weitere konkrete Anschlagspläne in Deutschland. Dennoch stufen Münch und Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Situation als potenziell gefährlich ein. "Die Bedrohungslage für Europa und auch für Deutschland ist ernst - wirklich ernst", sagte de Maizière bei der Herbsttagung des Bundeskriminalamtes (BKA) in Mainz.

Münch betonte, es bleibe bei der Einschätzung einer ernstzunehmenden Bedrohungslage. Einen konkreten Hinweis auf ein weiteres Ziel gebe es nicht.

Das Länderspiel Deutschland-Niederlande war am Dienstagabend in Hannover nach Terroralarm abgesagt worden. Die Menschen sollten weiter zu Konzerten gehen, in Fußballstadien und zu Weihnachtsmärkten, sagte de Maizière. "Und wir sollten sie dazu ermuntern." Die Sicherheitsbehörden seien wachsam. Aber: Polizeikräfte könnten nicht überall sein. "Einen absoluten Schutz und hundertprozentige Sicherheit wird es in unserer offenen, pluralistischen Gesellschaft nie geben."

Münch erwartet einen langwierigen Kampf gegen den islamistischen Terror. "Wir stellen uns nicht auf einen Sprint ein, sondern auf einen Langstreckenlauf."

Der Innenminister hält weitere Anschläge der Terrormiliz IS in Europa für möglich. Nach allem, was bisher bekannt sei, seien die Attacken in Paris Ergebnis oder Teil einer ersten koordinierten Anschlagsserie des IS auf dem Kontinent gewesen. "Wer Freiheit als Bedrohung sieht, wird immer gegen uns sein", sagte de Maizière.