"Das ist nicht hinzunehmen. Das sind keine Fußballfans, das sind Straftäter", sagte er am Dienstag in Dresden. Die Vorgänge in Karlsruhe seien leider keine Ausnahme: "Fast jedes Wochenende haben wir mit dem Thema irgendwo in Deutschland zu tun. Die Geschehnisse in und vor allem vor den Fußballstadien sorgen inzwischen fast für mehr Schlagzeilen als manches Spiel selber."

Hoffnung setzt Ulbig, der derzeit als Chef der Innenministerkonferenz amtiert, in die Strafverfolgungsbehörden in Baden-Württemberg. Die Täter müssten schnell ermittelt, verurteilt und bestraft werden. Nach Lage der Dinge dürfte das aber schwierig sein. Viele Beteiligte hatten sich bei ihrem martialischen Auftritt in Camouflage-Outfits vermummt oder ihre Gesichter teilweise mit Tarnfarbe versehen. Ulbig erneuerte seine Forderung nach personalisierten Tickets, um Leute mit Stadionverbot von Spielen auszuschließen. Zum anderen stellte er den Vorschlag in den Raum, bei sogenannten Risikospielen künftig die Kartenkontingente für mitreisende Fans noch mehr einzuschränken.

Ulbig zufolge müssten auch die Vereine konsequent gegen solche Täter vorgehen und sie aus dem Verein ausschließen. Das sei man auch den vielen tausenden echten Fans schuldig. Er kündigte auch Gespräche mit der Vereinsführung von Dynamo Dresden an. Das Problem sei das Verhalten der Fans außerhalb Sachsens bei Auswärtsspielen. In Dresden selbst habe man mit einem Gesamtkonzept eine ganze Menge Konfliktpotenzial ausgeräumt. In der Elbestadt würden Gästefans mit Bussen vom Bahnhof abgeholt und direkt ins Stadion gebracht.

Auch Vertreter von Landtagsparteien äußerten sich empört über die Exzesse. Man müsse jetzt schauen, wie Dynamo Dresden auf die Vorfälle reagiere, sagte SPD-Fraktionschef Dirk Panter. Es sei nicht zu tolerieren, wenn ein solches Verhalten verharmlost oder gar goutiert werde. Der sächsische Fußball werde insgesamt beschädigt. Linke-Chef Rico Gebhardt verlangte die "Rote Karte" für solche Leute. „"Hier braucht es klare und harte Konsequenzen", sagte Grünen-Fraktionschef Volkmar Zschocke.