Die Vertreter von Regierung, Koalitionsfraktionen und Kommunalverbänden ließen die Karte ohne förmlichen Beschluss passieren.
Nach einer Entscheidung des Kabinetts noch vor Weihnachten und einer anschließenden Anhörung soll ab Frühjahr 2007 der Landtag über den Gesetzentwurf Buttolos beraten. Doch klar ist: Die neue Kreiskarte des Freistaates, die ab Juli 2008 gültig sein soll, nimmt mit dem gestrigen Tag weiter Gestalt an. In Ostsachsen ist trotz einiger Widerstände der Kreis Bautzen mit Kamenz und Hoyerswerda mit der Kreisstadt Bautzen und insgesamt 340 000 Einwohnern geplant. Görlitz, Löbau-Zittau und der Niederschlesische Oberlausitzkreis sollen zum "Neißekreis" mit 295 000 Einwohnern und Kreissitz Görlitz zusammengehen.
Auch bei seinen Namens-Vorschlägen folgte Buttolo nicht allen Wünschen aus der Region. So sollen der Landkreis Sächsische Schweiz und der Weißeritzkreis künftig "Elbe-Weißeritz-Kreis" heißen, obwohl sich beide Landkreise bereits auf "Sächsische Schweiz-Osterzgebirge" verständigt hatten. Die Entscheidung könnte nun erst im Landtag fallen.
Vereinbart wurde indes, dass keine Kommune, die künftig ihren Kreissitz aufgeben muss, finanziell schlechter gestellt werden soll. Dies hatte vor allem Zwickau gefordert, das bis zuletzt auf seiner Kreisunabhängigkeit bestanden hatte. Im Regierungsbezirk Dresden sollen die bisherigen Kreise Riesa-Großenhain und Meißen zum Kreis Meißen fusionieren, wo auch der Kreissitz für künftig 263 000 Einwohner sein wird. Der Kreis Döbeln fusioniert derweil mit Freiberg und Mittweida zum Landkreis "Mittelsachsen" mit 346 000 Einwohnern und dem Landrat in Freiberg.
Im Leipziger Regierungsbezirk sollen die bisherigen Kreise Leipziger Land und Muldentalkreis zu einem neuen "Mulde-Pleiße-Kreis" mit Kreissitz in Borna zusammengelegt werden. Delitzsch und Torgau-Oschatz sollen zum Kreis Torgau fusionieren, das Landratsamt hat dann seinen Sitz in Torgau. Mit zunächst 218 000 Einwohnern wäre er der kleinste Landkreis, der laut Prognose im Jahr 2020 sogar die gewünschte Mindestgröße von 200 000 Einwohnern unterschreitet.