Beim Treffen der Umweltminister der G-8-Gruppe in Potsdam hob Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hervor, dass erstmals die wichtigen Schwellenländer China, Indien, Mexiko, Brasilien und Südafrika geladen seien. Gabriel betonte, die Konferenz bringe die Verursacher von zwei Dritteln der Treibhaus-Emissionen zusammen.
Beim Treffen der G-8-Umweltminister soll es vor allem heute um den Klimawandel gehen. Am ersten Konferenztag hatten sie gestern eine "Pots-
dam-Initiative" vereinbart. Sie sieht eine detaillierte Studie über die wirtschaftlichen Folgen des Artensterbens sowie einen Bericht über Entwicklung und Stand der weltweiten Vernichtung von Tieren, Wälder und Pflanzen vor. Vor dem Tagungsort Schlosshotel Cecilienhof kreuzte auf dem Jungfernsee ein Schiff der Umweltorganisation Greenpeace, die entschiedeneres Handeln verlangte. Mit dem Artenschutz-Bericht soll das Thema auf die Ebene der Staats- und Regierungschefs gehoben werden, die Anfang Juni im Ostseebad Heiligendamm zum G-8-Gipfel zusammenkommen. Zur Gruppe der acht führenden Industrienationen gehören die USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Kanada und Russland.
Die wirtschaftliche Bestandsaufnahme über die Artenverluste soll ähnlich aufgebaut werden wie der aufsehenerregende Report des ehemaligen Weltbank-Chefökonomen Nicholas Stern über die immensen Kosten der globalen Erwärmung. Sie soll vor der UN-Artenschutz-Runde im Mai 2008 in Bonn vorgelegt werden.
In der Studie sollen nach dem Willen der Minister die Kosten des Verlustes an Artenvielfalt in Relation zu den Kosten der Erhaltung gestellt werden. Gabriel sagte: "Jeden Tag verlieren wir 150 Arten. Wir löschen die Datenbank der Natur in einer nie gekannten Geschwindigkeit." Dieser Verlust schlage auch wirtschaftlich zu Buch: 40 Prozent des Welthandels würden auf der Grundlage der Nutzung natürlicher Ressourcen abgewickelt. (dpa/uf)