| 02:39 Uhr

"Inferno" löst sich angeblich auf

Cottbus. Die seit Jahren für zahlreiche Zwischenfälle bei Spielen des FC Energie Cottbus verantwortlich gemachte rechtsradikale Fan-Gruppierung "Inferno" hat am Mittwochvormittag im Internet ihre Selbstauflösung bekannt gegeben. Damit will die Gruppe vermutlich einem drohenden Vereinsverbot zuvorkommen. Lars Reimann

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Staatsschutzabteilung der Polizeidirektion Cottbus eine Sonderermittlungsgruppe gebildet hat, um Straftaten aus diesem Milieu aufzuklären.

"Inferno" und seine Jugendabteilung "Unbequeme Jugend" bilden bisher den Kern eines etwa einhundert Personen umfassenden Netzwerkes von Rechtsextremisten, Rockern, Kickboxern und anderen Hooligans. Die RUNDSCHAU hatte seit Jahren immer wieder über diese gefährlichen Strukturen berichtet.

Das Brandenburger Innenministerium reagierte zurückhaltend auf die angebliche Selbstauflösung der Gruppe. "Wir nehmen das zur Kenntnis, glauben aber nur, was wir sehen", so Ministeriumssprecher Ingo Decker. Die Polizei werde da weiterhin genau hinschauen. In den kommenden Wochen werde sich zeigen, was von dieser Erklärung der angeblichen Einstellung der Aktivitäten zu halten sei.

In Brandenburg habe es in der Vergangenheit mehrfach erklärte Selbstauflösungen von rechtsradikalen Strukturen gegeben. Meist sei es danach auch eine Weile ruhig geblieben. In einigen Fällen seien die Aktivitäten der Gruppen jedoch nach einiger Zeit in anderer Form fortgesetzt worden. "Wir bleiben deshalb auch in Cottbus aufmerksam", so Decker.